Von Christopher Schrader

Wie die automatische Kennzeichenerfassung funktioniert - und welche technischen Hürden für eine generelle Fahndung noch zu meistern sind.

Zum Start der bayerischen Osterferien am kommenden Samstag bekommen es etliche Autofahrer mit der automatischen Kennzeichenerfassung zu tun - und sie werden froh darüber sein. Während sich vor den Mautstationen am Brenner die Autos stauen, können Teilnehmer am Videomautprogramm links ausscheren und über eine Sonderspur fahren. Auf Höhe der Kassenhäuschen erfasst eine Kamera deren Wagen, ein Computer liest das Kennzeichen, vergleicht es mit der Liste der Kunden, die vorausbezahlt haben - und gibt grünes Licht.

Bitte lächeln! Hier ist die Polizei nicht Temposündern auf der Spur, sondern beim Test eines modernen Scanners von Autokennzeichen, was von nun an nur noch eingeschränkt erlaubt ist. (© Foto: ddp)

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Einer solchen Kontrolle von Mautpflichtigen haben die Richter in Karlsruhe am Dienstag nicht widersprochen: Sie wird nicht nur auf der Passstraße zwischen Österreich und Italien genutzt, sondern auch in London beim Kassieren der City-Maut und auf deutschen Autobahnen, wo für Lastwagen eine Abgabe verlangt wird. Dort überprüfen einige Hundert Kontrollbrücken, ob die durchfahrenden Brummis auch bezahlt haben.

Am Anfang steht ein Infrarot-Foto

Die meist mobilen Geräte, deren Einsatz durch die Polizei nun stark eingeschränkt wird, funktionieren im Kern genauso. Am Anfang macht das Gerät immer ein Foto, meist mit Infrarot, das den Fahrer nicht blendet und die Kennzeichen oft besser abbildet als sichtbares Licht. Die Aufnahme wird dann von einer speziell programmierten Elektronik ausgewertet. Zunächst sucht die Software auf dem Foto das Kennzeichen: ein heller, umrandeter Bereich mit dunklen Flecken darin. Dieser Bereich wird auf eine Einheitsgröße herangezoomt, Helligkeit und Kontrast werden an vorgegebene Normwerte angepasst. Dann zerlegt das Programm die Vorlage in einzelne Rechtecke, die jeweils einen dunklen Fleck enthalten und durch weiße Regionen von den anderen getrennt sind.

Bis jetzt sind die Daten eines vorbeifahrenden Autos für das Gerät ein Bild, auf dem es nichts erkennt. Dann aber vergleicht die Elektronik die isolierten Bereiche einzeln mit eingespeicherten Vorlagen: mit allen Buchstaben und Zahlen, die auf Nummernschildern verwendet werden. So verwandelt sich das Bild in Sekundenbruchteilen in einen kurzen Text. Dieser lässt sich blitzschnell mit einer Liste gestohlener Fahrzeuge vergleichen.

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