Kaufberatung Welches E-Bike ist das richtige für mich?

Vom gemütlichen Pedelec mit tiefem Einstieg bis zum Profi-Bike mit Federung und 30 Gängen - es gibt viele verschiedene Typen von Elektrofahrrädern. Eine Entscheidungshilfe.

Ausflüge ins Gelände, ausgedehnte Touren auf Asphalt oder Stadtradeln mit dem Kinderanhänger: Künftige Besitzer eines Pedelecs oder E-Bikes müssen überlegen, für welche Zwecke sie sich das neue Gefährt zulegen wollen. Nicht alle Modelle sind für jede Nutzung gleich gut geeignet (mehr zu den Unterschieden zwischen Pedelec, S-Pedelec und E-Bike lesen Sie hier).

Die beste Beratung in diesen Fragen gibt es beim Fachhändler, der zusätzlich Werkstattservice und die Möglichkeit einer Probefahrt bietet. Ein Fahrrad muss von den Abmessungen her zur Körpergröße und zum Gewicht passen. Fahrer sollten zudem gut mit Schaltung, Bremsen und dem Antriebsmotor zurechtkommen, um sicher unterwegs zu sein (mehr zur Fahrtechnik bei E-Bikes lesen Sie in diesem Ratgeber-Text).

Rahmengröße

Als Rahmengröße oder Rahmenhöhe gilt die Entfernung zwischen der Mitte des Tretlagers und dem oberen Ende des Sattelrohrs. Diese wird in Deutschland in Zentimetern angegeben und sollte das 0,66-fache der Schrittlänge betragen. Die Schrittlänge wird an der Innenseite von Unter- und Oberschenkel entlang gemessen, von der Fußsohle bis zum Damm. Dieser Wert mit 0,66 multipliziert, ergibt die erforderliche Rahmenhöhe oder Rahmengröße. Lassen Sie im Zweifel Ihr Gefühl bei der Probefahrt entscheiden und greifen Sie, wenn Sie unsicher sind, lieber zu dem kleineren Rahmen.

Preise

Ein gutes Pedelec kostet deutlich mehr als ein herkömmliches Fahrrad. Viele Fachhändler empfehlen für ein qualitativ gutes Fahrrad Preisklassen ab mindestens 600 bis 700 Euro. Rechnet man jetzt noch knapp 900 Euro für Motor, Akku und Steuerungselektronik hinzu, kommt man schnell darauf, dass 1500 Euro eine gute Maßgabe als Untergrenze für ein Pedelec ist. Der größte Teil des Angebots bei Elektrorädern bewegt sich zwischen 1800 und 3000 Euro.

Schnäppchen

Den hohen Anforderungen an die Sicherheit werden allzu günstige Discounter- oder Baumarktfahrräder oft nicht gerecht. Von verlockenden Billigangeboten ist deshalb vor allem bei Pedelecs dringend abzuraten: Denn Fahrräder mit Unterstützungsmotor sind starken Kräften ausgesetzt und müssen einiges aushalten (mehr zu den verschiedenen Antriebssystemen lesen Sie in diesem Ratgeber-Text).

Wer nicht den Neupreis bezahlen will, sollte nach einem Vorjahresmodell Ausschau halten. Dies kann gegen Ende der Saison oder zu Beginn der neuen erheblich günstiger sein, da die Händler ihre Lager räumen müssen.

Geeignete Schaltung

Eine Probefahrt bringt Aufschlüsse, welche Schaltungsart einem am ehesten liegt. Kettenschaltungen unterliegen bei Mittelmotorkonzepten einem leicht erhöhten Verschleiß. Nabenschaltungen, in Form eines Getriebes in der Hinterradnabe, gelten als verschleißärmer und weniger wartungsintensiv als Kettenschaltungen, besitzen jedoch weniger Gänge. Einige Hersteller schwören mittlerweile auf eine stufenlose Nabe in Verbindung mit einem Mittelmotor. Auch Automatikschaltungen werden von vielen Testern sehr gelobt.

Je mehr Gänge ein E-Bike besitzt, desto besser kann der Krafteinsatz an die jeweilige Fahrsituation und an das Geländeprofil angepasst werden. Aber nicht jeder E-Bike-Fahrer nutzt auch wirklich 30 Gänge. Für die meisten Elektrofahrradfahrer sind drei bis 14 Gänge, als Naben- oder Kettenschaltung, völlig ausreichend - vor allem, wenn die Fahrten eher im Flachland oder in nur leicht hügeligem Gelände stattfinden. Für Mountainbiker und sportlich ambitionierte Fahrer gelten natürlich andere Maßstäbe. Hier können mehr Gänge durchaus wichtig sein.