Japan: Autoindustrie nach der Katastrophe Nichts geht mehr

Die japanische Automobilindustrie, der größte Wirtschaftszweig des Landes, befindet sich im Ausnahmezustand: Bei allen sieben Herstellern stehen die Bänder still.

Nach dem starken Erdbeben, dem verheerenden Tsumani und angesichts der bedrohlichen Atomprobleme sieht sich Japan mit der größten Katastrophe seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges konfrontiert. Auch die Automobilindustrie, der größte Wirtschaftszweig des Landes, befindet sich im Ausnahmezustand.

Wann die Produktion in Japan wieder anläuft, ist noch ungewiss. Die Hersteller loten derzeit auch die Situation bei ihren Zulieferern aus.

(Foto: Pressinform)

Bei Toyota, Nissan, Honda, Suzuki, Subaru, Mazda und Mitsubishi stehen derzeit die Bänder still. Toyota, Japans größter Autobauer, hat die Produktion erst einmal bis Mittwoch eingestellt. Bei Nissan soll der Betrieb in einigen Werken ebenfalls bis Mittwoch, an anderen Standorten bis Freitag ruhen.

Während sich Toyotas Anlagen hauptsächlich um die südlich von Tokio gelegene Stadt Toyota konzentrieren, hat Nissan auch im vom Erdbeben stark in Mitleidenschaft gezogenen Nordosten der japanischen Hauptinsel Produktionsstätten.

Pressemeldungen zufolge sollen die Nissanwerke direkt von Schäden betroffen sein. Genannt werden die Werke in Oppama und Tochigi, wo die Modelle der Luxustochter Infinity und das Elektroauto Leaf vom Stapel laufen, sowie Produktionsstätten in Yokohama und Iwaki, wo Antriebsstränge für Nissans Oberklassemodelle gefertigt werden. Die Deutschlandzentrale des Konzerns wollte konkrete Schäden noch nicht bestätigen. Man sei derzeit noch mit der Bestandsaufnahme beschäftigt, hieß es dazu.

Auch Hondas Produktionsstätten liegen zum Teil in der vom Erdbeben gebeutelten Region. Bei dem Beben am Freitag sei ein Mitarbeiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung in der Präfektur Tochigi getötet wurden und 34 weitere wurden verletzt, meldet die Offenbacher Nordeuropazentrale des japanischen Autobauers.

Zunächst soll der Betrieb in sämtlichen Honda-Anlagen in der Region Tochigi, in denen es zu größeren Schäden gekommen ist, bis kommenden Sonntag ruhen. Neben der Forschungsanlage ist dort auch ein Montagewerk von der Zwangspause betroffen.

Mitsubishis Werke befinden sich im Südwesten der japanischen Hauptinsel und damit an die 1000 Kilometer von der eigentlichen Krisenregion entfernt. Dennoch wurde die Montagebänder auch dort zunächst stillgelegt. Ob die Produktion in der zweiten Wochenhälfte wieder hochgefahren werden kann, ist auch hier ungewiss.

Durch die Zerstörung der Infrastruktur in der vom Beben betroffenen Region kann es zu massiven Problemen in der Lieferkette kommen. Auch wissen Japans Autobauer derzeit nicht, wie sich die Lage in den Werken ihrer Komponentenlieferanten darstellt. Die Situation der Zulieferer werde zur Zeit geprüft, heißt es bei Mitsubishi.

Die Bänder stehen still

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