Von Von Sebastian Viehmann

Er hat unzählige Krämpfe im rechten Fuß verhindert: Seit einem halben Jahrhundert macht der Tempomat das Autofahren leichter. Und er war der erste Schritt auf einem Weg, an dessen Ende das fahrerlose Auto stehen wird.

"Ob wir es mögen oder nicht - langsam aber sicher übernehmen die Roboter den Job des Autofahrers." Diese Erkenntnis dämmerte Frank Rowsome vom berühmten Magazin Popular Science schon 1958, als er über den "Auto Pilot" schrieb. Für rund 90 Dollar Aufpreis hatte der Chrysler Imperial dieses technische Wunderwerk an Bord und war damit das erste Serienfahrzeug der Welt mit einem Tempomaten.

Der Chevrolet Imperial war 1958 das erste Auto mit Tempomat. (© Foto: Pressinform)

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Der Beginn: ein Drehknopf am Armaturenbrett

Diese Erfindung musste einfach in Amerika geboren werden. In den 50er Jahren waren Detroits Heckflossen-Monster so groß und prächtig wie nie zuvor. Die Blechriesen glitten sänftengleich über die endlosen Highways. Zahllose elektrische Helferlein sorgten dafür, dass die Passagiere kaum noch einen Finger krumm machen mussten.

Nur zwei lästige Pflichten oblagen dem Piloten noch: Lenken - das war bei den schwammigen Straßenkreuzern dieser Dekade mehr eine ungefähre Zielvorgabe. Und natürlich Gas geben. Doch damit war es mit dem Auto Pilot vorbei: Die Geschwindigkeit wurde über einen Drehknopf am Armaturenbrett gewählt.

"Das System ist für Frauen und technisch Unbegabte nicht einfach zu erklären", schrieb Frank Rowsome. Der Auto Pilot bestand 1958 aus einem Zusammenspiel von Elektromotoren, Elektromagneten und Seilzügen - es gab schließlich noch eine direkte mechanische Verbindung zwischen Gaspedal und Drosselklappe. Der Automat bestimmte die Geschwindigkeit anhand der Umdrehungen der Kurbelwelle und variierte mit Hilfe einer Magnetspule die passende Kraft, die ein Stellmotor am Mechanismus des Gaspedals aufwenden musste.

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