Seat wird 60. Die spanische Marke machte mit Fiats Hilfe ein ganzes Land mobil. Heute ist Seat Volkswagens hübsche kleine Schwester - zu mehr reicht es momentan noch nicht.
Wir schreiben das Jahr 1950: Spanien fährt noch auf zwei Rädern oder reitet auf vier Hufen. Mopeds und Eselskarren prägten das Straßenbild, Autos sind die Ausnahme und meist in schlechtem Zustand. Der spanische Staat - an seiner Spitze Diktator Franco - will das ändern, holt mehrere Banken und den Autobauer Fiat ins Boot: Im Mai 1950 erblickt die "Sociedad Española de Automóviles de Turismo" das Licht der Welt, um das Land endlich auf vier Räder zu stellen. Der erste Seat, die Limousine 1400 A mit 44 PS, basiert wie auch die Seats der folgenden Jahrzehnte auf einem Fiat-Modell. Schritt für Schritt wird die Produktion hochgefahren, bleibt aber deutlich bescheidener als in den Nachbarländern. 1957 werden gerade einmal 10.000 Autos gebaut.
60 Jahre Seat: das Jubiläumsbild zum einmillionsten Seat-Exemplar (© Foto: Pressinform)
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Viel wichtiger als der 1400 ist der Seat 600. Er wird Spaniens Käfer, lockt die Menschen in Scharen vom Moped ins Auto und hilft dabei, Spanien vom Agrarland zur Industrienation zu machen. Die Spanier nennen das Auto liebevoll "La pelotilla" (das Bällchen), der Hecktriebler entspricht weitgehend dem Fiat 600.
Die erste Jahresproduktion des Autos ist im Nu ausverkauft, manche warten mehrere Jahre auf ihren eigenen Seat und geben dafür ihr letztes Hemd, denn mit 71.000 Peseten inklusive Luxussteuer ist die italo-spanische Knutschkugel reichlich teuer. In den sechziger Jahren folgen Autos wie die große Limousine Seat 1500, doch der 600 bleibt der Verkaufsschlager und wird bis 1973 mehr als 800.000 Mal gebaut. Der einmillionste Seat dagegen ist ein gelber 124, die glückliche Besitzerin Rosa Zumárraga gewinnt das Auto in einer Fernsehshow.
Als sich die Franco-Ära in den siebziger Jahren dem Ende zuneigt, besitzt immerhin schon fast jeder zweite spanische Haushalt ein Auto, und die Hälfte davon trägt das Seat-Logo. Beim erfolgreichen Modell 127 gönnen sich die Spanier eigene Versionen mit vier und fünf Türen, die es so bei Fiat nicht gibt.
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Und zwar Kunden von Renault und Peugeot, Fiat und Alfa, Opel und Ford...
Seat hat die Zeichen der Zeit erkannt. Das Design ist jünger geworden, die technische Basis entspricht ja komplett dem VW-Baukasten und wird ständig aktualisiert. Die Verantwortlichen sollten noch preisaggressiver am Markt agieren.
Der Exeo auf Audi A4 Basis wird seit ja kurzem ab 19.990 Euro angeboten. Und bei der neuen Basisversion des Ibiza, Modelljahrgang 2011, ergeben 1.100 Euro weniger und 10 PS weniger Leistung eine Preisreduzierung von 8,6%, verbunden mit einer Leistungsreduzierung um 14,3%. Für den Käufer ist das eine Preiserhöhung! Ist er besser ausgestattet und sparsamer geworden? Ein konkurrenzfähiger Einstieg in dieser Klasse ist die gerne anvisierte Preisschwelle bei 9.990 Euro.