Inzwischen haben die Gegner der Radargeräte, die sich vom Staat trotz aller Unfallgefahr nicht bremsen lassen, aufgerüstet: Nicht nur Warnungen vor den "Blitzern" in Radio oder Internet, auch eigene Warngeräte für das Auto und reflektierende Folien für dasNummernschild sollen - meist illegal - vor Bußgeld, Punkten in Flensburg und Führerscheinentzug bewahren.
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Die Polizei kontert seiteinigen Jahren mit modernen und kleinen Lasergeräten, die die Radartechnik in Genauigkeit übertrumpfen. Für einen schrecklichen Zwischenfall bei einer Radarkontrolle sorgte ein Fernfahrer im Jahr 2000 an einer Autobahn in Hessen. Als er"geblitzt" wurde und fürchten musste, seinen Führerschein zu verlieren, kehrte er um, erschoss einen der Polizisten und verletzte einen zweiten Beamten schwer.
Wenige Monate vor dem ersten Einsatz 1957 in Düsseldorf war das erste Verkehrsradar im September 1956 von der Firma Telefunkenauf der Internationalen Polizeiausstellung in Essen präsentiert worden. Bis dahin hatte die Polizei große Probleme, Tempoverstöße gerichtsfest nachzuweisen. Nach der Beseitigung einiger technischer"Kinderkrankheiten" ging die Weltneuheit "Made in Germany" schließlich 1958 in die Serienproduktion.
Erst allmählich wurde angesichts der einsetzenden Massenverfolgung von Autofahrern hinterfragt, wie zuverlässig die "aus dem Hinterhalt schießenden" Radargeräte wirklich sind. Der Verkehrsclub ADAC zog die Unfehlbarkeit des Radars in Zweifel. Autofahrernmusste bald das Recht zur Stellungnahme eingeräumt und alle Messungen durften nur noch abzüglich einer Toleranz verwendet werden.
Dennoch blitzt es seither ohne Unterlass - im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen allein durch die Polizei imvergangenen Jahr 1,4 Millionen Mal. Hinzu kommen die Aufnahmen der kommunalen Radaranlagen. "Geschwindigkeitskontrollen sind nach wie vor unverzichtbar", sagt eine Sprecherin des NRW- Innenministeriums. Immerhin sei die Hälfte aller Verkehrstoten auf zu schnelles Fahren zurückzuführen.
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(sueddeutsche.de/dpa)
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