150 Jahre Opel GM und Opel: Zahn um Zahn statt Hand in Hand

Und dann Opels Mutterkonzern GM. Die Amerikaner waren in den letzten Jahren viel mit sich selbst beschäftigt und sind der eigenen Pleite nur knapp entgangen. "General Motors ist auf dem besten Wege, Opel zu ruinieren," schreibt Stefan Wimmelbücker im Blog der Branchenzeitung Automobilwoche. "Die Amerikaner werden zunehmend ungeduldig und fordern eine schnelle Rückkehr in die Gewinnzone. Dennoch verweigern sie ihrem Tochterunternehmen die Expansion in die Schwellenländer, in denen andere Hersteller derzeit zweistellig wachsen," schreibt Wimmelbrücker weiter. Ein Teufelskreis. Die Rüsselsheimer haben wenig Verhandlungsmacht in Detroit. Der Ton untereinander ist rau. Es scheint, als würden die Amerikaner Opel in der Abwärtsspirale gefangen halten.

Man hätte sich bei Ford eine Scheibe abschneiden können: "Das hat es dort nicht gegeben, der Umgang mit dem Mutterkonzern ist viel sachlicher und pragmatischer. Es gab auch Krisen, wie beispielsweise die Trennung von Volvo, aber es herrscht einfach eine andere Kultur des Miteinanders," sagt Stefan Bratzel.

Die schlechte Stimmung innerhalb des GM-Konzerns spüren auch die Kunden. "Opel muss raus aus dieser negativen Kommunikationsspirale und dafür müssen schwarze Zahlen her," so Bratzel weiter. Opel hat beispielsweise mit dem Ampera zukunftsweisende und konkurrenzfähige Produkte im Angebot. Das bekommt allerdings kaum jemand mit.

Einziger Trost für Opel: Momentan verlieren fast alle Autobauer in Europa Geld. Von 2007 bis 2011 ist der Absatz um 14 Prozent eingebrochen. Ford, Fiat, der französische PSA-Konzern - alle werden überlegen müssen, wie sie mit den Überkapazitäten der Herstellung umgehen. Der Markt bietet nicht mehr die Nachfrage nach den Stückzahlen, die aus den Fabriken rollen. Wenigstens liegt Opel nicht nur in Sachen Image, sondern auch in der Zulassungsstatistik vor Dacia. Immerhin. In schweren Zeiten backt man eben kleinere Brötchen.

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