Beim Bund nennt man ihn "Wolf", der Papst nutzt ihn und schweres Gelände nimmt er gelassen: ein Blick zurück auf 30 Jahre Mercedes G-Modell.
Wenn Kinder Autos malen, sieht das oft so aus: Ein kleines Quadrat markiert das Vorderteil, ein großes die Passagierkabine und unten dran kommen die Räder. Würde man noch zwei Blinker auf die Haube setzen, hätte der Nachwuchs das Mercedes G-Modell schon ziemlich gut getroffen. Seit 1979 dreht der Kraxler mit dem Stern seine Runden durch Feld, Wald, Flur und über die Boulevards dieser Welt. Unter dem Blech hat sich seitdem eine Menge getan, doch in Sachen Optik hatte selbst der Trabi mehr Facelifts als das G-Modell erlebt.
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Lief 1979 eher zögerlich an, entwickelte sich aber zum Longseller: Mercedes G (© Foto: Daimler)
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In den siebziger Jahren gibt es nur eine Handvoll Geländewagen, die eine Kundschaft abseits von Förstereien, Baustellen oder Streitkräften ansprechen. Zu den wenigen Konkurrenten des ersten G-Modells zählen der Jeep Wagoneer und der Range Rover. Die Briten setzen mit dem Range Rover Vogue schon 1970 auf Lifestyle plus Lagerfeuer-Romantik. Drei Jahre später beginnen Daimler-Benz und Steyr-Daimler-Puch im österreichischen Graz mit der Entwicklung eines Geländewagens mit Stern. Die Österreicher bringen ihr Offroad-Know-how ein, das sie mit Autos wie dem berühmten "Pinzgauer" gesammelt haben.
1975 wird die Serienproduktion beschlossen, und der erste Großkunde steht auch schon fest: Der Schah von Persien, damals Groß-Aktionär von Daimler-Benz, ordert 20.000 Fahrzeuge. Die Revolution im Iran macht dem einen Strich durch die Rechnung, doch Mercedes bekommt neue Aufträge von Polizei und Bundesgrenzschutz sowie dem argentinischen, norwegischen und schweizer Militär.
1979 werden die ersten Fahrzeuge gebaut - übrigens bis heute weitgehend in Handarbeit. In einigen Ländern wie Österreich und der Schweiz wird das Auto nicht als Mercedes, sondern als Puch verkauft. Der Ur-G kommt mit 72 bis 150 PS aus und hat einen Leiterrahmen-Aufbau. Neben Lang- und Kurzversion, Kombi und Kasten steht auch ein Cabrio parat.
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E-Mail verbreitet Fatwa gegen Musiker
Schade, daß diese langen Produktzyklen nur für Nischenfahrzeuge durchzuhalten sind. Der ökonomische (und ökologische) Vorteil liegt auf der Hand und der Kunde kauft ein Auto, das nicht nach einem Jahr schon wieder das 'Vorgängermodell' ist. Ganz schlimm treibt es in der Hinsicht Audi, von denen fährt man eigentlich immer ein altes Modell.
... ist, dass ihr Preis nicht so stark ansteigt wie der von völlig neu entwickelten Autos: Die Sonderedition der G-Klasse ist heutzutage rund 13.000 Euro billiger als die Basis-S-Klasse. Und selbst die im Text erwähnte AMG-Spitzenversion (wer immer sowas braucht) ist immer noch fast 10.000 Euro billiger als die AMG-S-Klasse.(Und früher betrug die Differenz lt. Artikel gerade 5000 Mark.)
Fazit: Natürlich hat die G-Klasse mittlerweile in Preisregionen abgehoben, die einem Normalverdiener erst nach einem dicken Lottogewinn zugänglich sind. Aber für die S-Klasse gilt das noch weit mehr.