1835 dampfte der Adler in neun Minuten von Nürnberg nach Fürth - die Epoche der deutschen Eisenbahn begann. Jetzt startet die Bahn ins Jubiläumsjahr.

Rechts der Adler, links ein ICE: Besser könnte das Nürnberger Bahn-Museum Vergangenheit und Moderne nicht zusammenführen. Seite an Seite stehen der Nachbau der ersten Dampflok, die in Deutschland gefahren ist, und das Modell eines schneeweißen ICE nebeneinander und schlagen damit den Bogen über 175 Jahre Eisenbahngeschichte: Am 7. Dezember 1835 dampfte der Adler in neun Minuten von Nürnberg nach Fürth - eine neue Epoche begann. Die beiden fränkischen Städte und die Bahn feiern nun das Bahn-Jubiläum ein Jahr lang mit einem umfangreichen Programm.

175 Jahre Eisenbahn

Am 7. Dezember 1835 dampfte der Adler in neun Minuten von Nürnberg nach Fürth - die Epoche der Eisenbahn begann. (© Foto: dpa)

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Allein vier große Ausstellungen widmen sich nun der Bahngeschichte. So lädt das Nürnberger Museum für Industriekultur vom 17. Juni an zu einer Reise entlang der "Strecke des Adlers" ein. Die frühere Trasse führt heute als geradezu symbolische Achse im Stadtbild entlang an Orten, die die Industriegeschichte der Region prägten. Firmen wie AEG und Triumph-Adler, einst gewaltige Unternehmen, hatten hier ihr Zuhause. Noch heute findet man ihren Firmenschriftzug an so manchem Gebäude. Als jüngstes Opfer der sich wandelnden Wirtschaftswelt gingen im vergangenen Jahr bei Quelle die Lichter aus - auch der traditionsreiche Versandhändler hatte an der Strecke sein Domizil.

Die zweite große Ausstellung ist direkt im Museum der Deutschen Bahn zu sehen, das gewöhnlich die Geschichte der Eisenbahn von ihren Anfängen bis hin zu unserer Zeit zeigt. Prunkstücke der Dauerausstellung sind der Hofzug des bayerischen König Ludwig II. oder der mit reichen Goldschnitzereien und Deckengemälde verzierte Salonwagen des Reichskanzlers Otto von Bismarcks.

In der Ausstellung "Planet Eisenbahn" blickt das Museum nun über die Grenzen Deutschlands hinaus. "Wir wollen die Faszination, die Bedeutung und die technische Entwicklung des Schienenverkehrs in der ganzen Welt zeigen", erläutert Direktor Jürgen Franzke. 1,2 Millionen Gleiskilometer umspannen inzwischen den Globus. Die Schau zeigt den Weg von den englischen Bergwerken über die Entstehung von Kapitalgesellschaften bis hin zu den Hochgeschwindigkeitszügen von heute.

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