Kuscheln, Rauchen, Popcornfilme: Vor 75 Jahren wurde in den USA das erste Autokino eröffnet. Einige haben bis heute überlebt.

Vorne wehrt sich Keanu Reeves in Matrix 2 gegen seine Verfolger, im Arm liegt die erste Freundin, und darüber spannt sich der Sternenhimmel: Nichts ist für manche schöner als Autokino. Seit drei Generationen fasziniert viele das Erlebnis, mit dem eigenen Fahrzeug direkt vor der Leinwand zu parken. Die Erfindung des Amerikaners Richard Milton Hollingshead wird heute 75 Jahre alt.

Auf dem Gelände des Autokinos Aschheim - das einzige, das es in Bayern noch gibt. (© Foto: dpa)

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Preiswert gucken: 25 Cent kostete es anfangs

Mit dem Slogan "Jedem seine eigene Loge" warb Hollingshead für sein erstes Autokino, das er 1933 in Camden in US-Bundesstaat New Jersey eröffnete. Der Sohn eines Autopflegemittelherstellers wollte der Legende nach eigentlich nur die Verkaufzahlen für die Produkte seines Vaters ankurbeln. Dafür experimentierte er eine Weile, bis er auf die Idee kam, Rampen zu bauen, auf die die Autos vorne schräg auffahren konnten - für den perfekten Blick auf den Lieblingsstreifen - dieses "drive-in-cinema" ließ er sich am 16. Mai 1933 patentieren. Vor 75 Jahren, am 6. Juni, eröffnete Hollingshead dann sein "Camden Drive-In Theatre" an der Peripherie seiner Heimatstadt mit dem Film "Wife Aware".

Das erste Autokino bot 335 Fahrzeugen Platz, als Leinwand fungierte eine weiße Mauer und der Ton kam anfangs aus zwei großen Lautsprechern neben der Leinwand, später dann aus Monolautsprechern, die an der Autotür eingehängt werden mussten. Heute wird der Ton über den Mittelwellenbereich des Autoradios übertragen.

Hollingsheads Idee verbreitete sich in den USA erst langsam - aber dann gewaltig. 1942 gab es erst 100 Drive-in-Kinos, Mitte der 50er Jahre dann bereits 4000, viele davon in den ländlichen Gebieten. Schließlich kostete der Spaß früher lediglich 25 Cent pro Person und höchstens einen Dollar für alle Insassen. Ein Schnäppchen für viele Großfamilien, die sich keine teuren Kinokarten leisten konnten - und auch das Baby auf dem Rücksitz und der Collie auf der Ladefläche waren dabei. Es wurde aber auch schnell ein Anziehungspunkt für junge Pärchen im prüden Amerika. In der "Lover's Lane" - einer "Spur für Liebende" - in der hintersten Reihe des Kinos, wo der Film sowieso zweitrangig war, wurde gekuschelt und mehr.

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