Von Klaus Justen

Statt des teuren Insassenschutzes sollte man lieber in eine Unfallpolice investieren.

Versicherungsvertreter sind schnell bei der Hand: Kaum sind Haftpflicht- und Kaskopolice fürs neue Auto unter Dach und Fach, kommt das Angebot einer Insassen-Unfallversicherung. Natürlich will niemand, dass Passagiere nach einem Unfall leer ausgehen, und ¸¸kostet ja nicht viel", beruhigt der Vertreter. Unter dem Strich schon: 60 bis gut 120 Euro im Jahr je nach Gesellschaft, was im Laufe der Jahre zu einer stolzen Summe anwächst. Und völlig überflüssig ist.

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Zum Verständnis: Früher bestand eine Lücke im Versicherungsschutz, wenn es keinen Unfallschuldigen gab. Das war etwa nach einem Reifenplatzer der Fall; im Versicherungsdeutsch ¸¸ein unabwendbares Ereignis". Wer als Beifahrer dabei zu Schaden kam, konnte keine Ansprüche gegen die Autohaftpflicht geltend machen.

Alles anders

Seit August 2002 gilt jedoch das neue Straßenverkehrsgesetz; seither sind Pkw-Insassen bei Schäden auch dann über die Autohaftpflicht abgesichert, wenn nach einem Unfall kein Schuldiger festgestellt werden kann.

Eine Ausnahme gilt noch immer: Der Fahrer kann bei Unfällen, die er selbst verursacht hat, keine Ansprüche gegen die Kfz-Haftpflicht richten. Um diese Lücke zu schließen, bieten die Versicherer zunehmend so genannten Fahrerschutz an, der wenigstens 20 Euro im Jahr kostet.

Allerdings gibt es Leistungseinschränkungen bei grober Fahrlässigkeit. Sinnvoller ist es, eine allgemeine Unfallversicherung abzuschließen - dann ist jedes Malheur, zum Beispiel auch ein Sportunfall, abgesichert. Eine solche Police kostet bei einem günstigen Anbieter etwa 100 Euro im Jahr.

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(SZ vom 1. Februar 2006)