Infiniti G 37 Limousine Nippon Express

BMW, Audi und Mercedes teilen sich paritätisch die linke Autobahnspur. Nun will Newcomer Infiniti auch ein Stück vom schnellen Kuchen - mit einer sehr deutsch wirkenden Limousine.

Von Sebastian Viehmann

Wer viel auf der Autobahn unterwegs ist, kennt das Spiel: Sobald die Schilder freie Fahrt erlauben, ziehen links die Handlungsreisenden vorbei. Wenn gerade nichts Gutes im Radio läuft, zählt man gelangweilt mit: A4, 320d, A6 quattro, A4, C-Klasse, 335i, Infiniti, C-Klasse... Moment mal. Infiniti? Diese von einem ungläubigen Augenaufschlag begleitete Frage könnte im nächsten Herbst öfter zu hören sein - denn dann will Nissans Edelsparte Infiniti den Sprung auch nach Deutschland wagen. Zwischen den extravaganten SUV namens EX und FX geht ein Modell allerdings ein wenig unter: die Limousine G37.

Wirkt überraschend deutsch: Infiniti G 37

(Foto: Foto: Pressinform)

Die Ausgangssituation der japanischen Edelmarke ist kompromisslos und risikoreich zugleich. Unter 320 PS und sechs Zylindern hat Infiniti nichts in seiner Modellpalette, ein V6-Diesel ist erst für 2009 geplant. "Was den Charakter unserer Autos angeht, sind wir eindeutig auf der Fahrerseite: Die Fahrdynamik steht im Vordergrund, auch bei hohem Tempo auf der Autobahn", so Marketing-Direktor Bastien Schupp.

Bei Motor und Fahrwerk bewegt sich Infiniti in der Tat mehr in Richtung deutscher Premium-Marken als zu den Hightech-gestählten, aber mit einem ziemlich synthetischen Fahrgefühl versehenen Lexus-Modelle. Der G37 liegt straff und ruhig in der Kurve. Die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung vermittelt auch bei flotterer Gangart einen guten Fahrbahnkontakt.

Der V6-Benziner mit 3,7 Litern Hubraum, der auch den neuen Nissan 370Z antreiben soll, macht sich kraftvoll, aber nicht aufdringlich bemerkbar und schiebt die Limousine ohne Traktionsschwächen voran. Die 320 Pferde geben ihre Leistung über die Hinterräder an die Straße weiter. Nach 5,8 Sekunden sind Tempo 100 erreicht.