Die effektive Reichweite wird zudem durch eine technische Besonderheit eingeschränkt. In der Batterie sinkt die Spannung, wenn sie sich entleert; Strom für den Motor fließt dann zögerlicher. Unterhalb von 30 Prozent Ladestand reagiert der sonst so agile Mini-E zunehmend mürrisch auf Tritte auf das Pedal. Im Alltag sucht der Fahrer darum früher eine Steckdose als theoretisch nötig.

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Von Volltanken zu Volltanken gerechnet verbrauchte der Mini an kalten Tagen Mitte Oktober 34 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Das sind bei einem Strompreis von 20 Cent pro Kilowattstunde 6,80 Euro, so viel wie sechs Liter Diesel. Im Spätsommer Ende September hingegen kam das Auto mit 22 Kilowattstunden pro 100 Kilometer aus. Die Differenz macht die Heizung. Beim Verbrennungsmotor bekommt man Wärme geschenkt, das Elektroauto muss sie aus der Batterie erzeugen. Dafür verbraucht der Mini-E fast so viel Energie wie für die Fahrt im gleichmäßigen Stadttempo.

Beide ermittelten Zahlen, 22 und 34, liegen weit über den Angaben von BMW. Womöglich hätte ich den Verbrauch mit Ehrgeiz und Erfahrung noch drücken können, aber die offiziellen 15 Kilowattstunden pro 100 Kilometer erscheinen im Alltag unerreichbar. Ein Elektroauto ist aber nicht schon deswegen umweltfreundlich, weil es keine Abgase ausstößt; die entstehen ja im Kraftwerk. So entweichen in Deutschland pro Kilowattstunde im Mittel 580 Gramm Kohlendioxid in die Atmosphäre. Das macht für den Mini 128 bis 198 Gramm pro Kilometer. Sparsame Diesel und Hybride setzen nach Werksangaben um die 100 Gramm pro Kilometer frei.

Keines dieser Probleme spricht gegen den Einsatz eines Elektroautos im Alltag; diesen Test hat der Mini-E glänzend bestanden. Die kleinen Macken machten ihn eher interessant. Wer ein Fahrzeug vom Reißbrett auf Batteriebetrieb auslegt, wird es ohnehin anders planen. Bei dem Testwagen ist die ganze hintere Sitzbank den gut 5000 Lithium-Ionen-Akkus gewichen. Vor allem dieser Klotz macht das Auto um 330 Kilogramm schwerer als das konventionelle Modell.

Auch der Verbrauch ließe sich wohl drücken, wenn der Antrieb weniger üppig ausgelegt wird. Aber BMW wollte demonstrieren, dass Fahrspaß auch elektrisch funktioniert. Das ist gelungen. Wer den Elektro-Mini nach der bewilligten Zeitspanne abgibt, und wieder in ein normales Auto steigt, sehnt sich bald zurück in die Zukunft. So hieß übrigens auch ein Hollywood-Film: Michael J. Fox ist darin der Zeit voraus und überwindet den Drang, Macho zu sein.

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  1. Zurück in die Zukunft
  2. Das Rollen im Verkehr muss man neu lernen
  3. Sie lesen jetzt Eine Steckdose sucht man immer früher als nötig
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(SZ vom 2.11.2009/gf)