Angekommen: Zeitgleich und Seite an Seite fuhren ein ICE 3 und ein TGV in Paris ein - damit ist die deutsch-französische Hochgeschwindigkeitsstrecke eingeweiht.
Am Freitagmorgen ist ein ICE erstmals von Frankfurt nach Paris gestartet. Zeitgleich rollte der französische Hochgeschwindigkeitszug TGV im Stuttgarter Hauptbahnhof zur Premierenfahrt nach Paris an. Um 13.10 Uhr rollten sie in Paris ein. In Frankfurt sprach Bahnchef Hartmut Mehdorn inzwischen von einem "historischen Tag" für die Deutsche Bahn und die SNCF.
Hartmut Mehdorn in Frankfurt - kurz vor der Abfahrt des ICE nach Paris. (© Foto: dpa)
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Zwischen Deutschland und Frankreich beginnt damit ein direkter Hochgeschwindigkeitsverkehr auf der Schiene. Nach den heutigen Premierenfahrten zur Eröffnung geht die neue Trasse von Stuttgart und Frankfurt/Main nach Paris am 10. Juni für Reisende öffentlich in Betrieb. Versprochen wird eine Fahrzeitverkürzung um rund zwei Stunden auf etwa vier Stunden.
Tempo: Auf einem rund 300 Kilometer langen, komplett neu gebauten Abschnitt zwischen Lothringen und der Nähe von Paris beschleunigen ICE und TGV bis auf Tempo 320. Auf deutscher Seite wurden mehrere Teilstücke für 200 Kilometer pro Stunde ausgerüstet.
Trasse: Auf der nördlichen Verbindung von Frankfurt nach Paris halten die ICE unterwegs in Mannheim, Kaiserslautern, Saarbrücken, Forbach in Lothringen und am französischen Bahnhof "Lorraine" zwischen Metz und Nancy. Haltepunkte der TGV-Züge auf der Südroute von Stuttgart sind Karlsruhe, Straßburg und die Station "Lorraine".
Takt: In der ersten Stufe ab 10. Juni gibt es täglich drei Hin- und Rückfahrten von Stuttgart nach Paris. Von Frankfurt gibt es zunächst eine direkte Hin- und Rückfahrt, dazu kommen zwei tägliche Hin- und Rückfahrten Paris-Saarbrücken mit Anschluss nach Frankfurt. Zum Fahrplanwechsel am 9. Dezember fahren dann je Richtung täglich fünf Züge Frankfurt-Paris und täglich vier Züge Stuttgart-Paris.
Tickets: Auf französischer Seite der Trasse gilt auch im ICE die beim TGV übliche Pflicht zur Sitzplatzreservierung, mit der sich der Kunde auf eine bestimmte Verbindung festlegt. Sie ist im Ticketpreis enthalten und kann bei Normalpreis-Fahrkarten kostenlos umgebucht werden. Auf deutscher Seite gilt wiederum auch im TGV die hiesige Regel: Reservierung möglich, aber nicht vorgeschrieben.
Technik: Für den grenzüberschreitenden Verkehr wurden die jeweils 200 Meter langen Züge technisch umgerüstet. Der deutsche Intercity-Express bekam die Bezeichnung "ICE 3 MF" (M für mehrsystemfähig, F für Frankreich). Der TGV (Train à grande vitesse) der französischen Bahn trägt das Zusatzkürzel POS (Paris-Ostfrankreich-Süddeutschland).
(sueddeutsche.de/dpa)
Bei aller Euphorie, fällt allerdings doch auf, dass "echter Hochgeschwindigkeitsverkehr", sich im Augenblick und auch in Zukunft, meist nur im Westteil (nahe der Grenze zu Frankreich,Belgien,Niederlande)) abspielen wird. Einzige Ausnahme, der geplante Ausbau der Strecke München -Berlin. (SZ. v. 10.4.07 Skizze).
Die Strecke München - Zürich kommt darin schon nicht mehr vor. Meiner Meinung nach, war hier eine Verbindung Schweiz / Südeuropa- Süddeutschland / Osteuropa geplant.
Was mich, als Betroffener im Personenverkehr, betrifft, es ist ein Horror-Tripp, stundenlang, auf teilweise eingleisiger Strecke, mit Diesellok bespannt, dahin zu schleichen. Betrifft ausschliesslich die deutsche Seite.
Wie es auf dieser Strecke weitergeht, wäre echt mal wissenswert.
daß der ice auf deutscher seite nur 200 fährt...naja, vielleicht muß er zu oft halten.
im übrigen müßte man doch auch als bahnfan einräumen können, daß der bahnverkehr der mit abstand am stärksten subventionierte verkehrsträger ist.
Ich bin mal gespannt, ob es irgendwann endlich mal Richtung Stuttgart voran geht. Die beiden wichtigsten Wirtschaftszentren Deutschlands verbunden wie vor hundert Jahren über die Geislinger Steige.
Sehr begrüssenswerter Zug im Rahmen des kollektiven Verkehrs. Mann stelle sich vor, dass der Bahnverkehr in den letzten 50 Jahren nur annähernd so viel subventioniert worden wäre wie der Flugverkehr oder der Strassenverkehr...Mann hätte dann evt. ein Europa weites Streckennetz und z.B Stockholm - Lissabon wären im Nachtzug machbar( oder wie wärs mit einem Revival vom "Orientexpress" London - Istanbul?) Der Flugverkehr in Europa wäre dann fast überflüssig, und viele würden evt. das Auto stehen lassen...
Aus ökologischer sowie ökonomischer Sicht ein wünschenswertes Szenario.
Die Fahrzeit wird ca 4 Stunden betragen, gegenüber bisher ca. 6 Stunden (hab ich zumindest im Radio gehört :) )
Interessant ist vielleicht noch, dass ab Oktober auch ein TGV von Paris über Stuttgart nach München verkehren soll. Der braucht dann für den Streckenteil Stuttgart-München fast so lange wie für die Strecke Paris-Stuttgart. Aua.
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