Der Elektroantrieb soll die Autoindustrie retten, doch die Zukunft ist noch weit - die wichtigsten Premieren der IAA im Überblick.
Umweltdiskussion, Abwrackprämie, Totentanz bei den Händlern - die Autoindustrie schwankt derzeit zwischen Depression und - flüchtiger - Euphorie. Während die staatliche Kaufhilfe zwischenzeitlich für eine Sonderkonjunktur sorgte und vor allem den Volumenmarken vorübergehend neue Absatzrekorde bescherte, trifft die Wirtschaftskrise vor allem die Premium- und Luxusmarken mit aller Härte. Absatzrückgänge zwischen knapp 18 Prozent bei Mercedes und BMW und bis zu 50 Prozent bei Nobelmarken wie Bentley und Rolls-Royce sind Realität. Und wenn sich der Markt nach Auslaufen der Abwrackprämie wieder normalisiert haben wird, dürften auch den Herstellern kleinerer Autos schwere Zeiten bevorstehen. Analysten rechnen im Branchendurchschnitt in naher Zukunft mit Verkaufsrückgängen zwischen 20 und 25 Prozent.
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Super-Sparer: Die VW-Studie L1, in der die beiden Insassen hintereinandersitzen, ist nur 1,20 Meter breit und flach wie ein Lamborghini. Der Hybrid-Antrieb soll einen Verbrauch von 1,49 Liter Diesel möglich machen. Serienstart könnte 2013 sein. (© Foto: oh)
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Die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt/Main als wichtige Leistungsschau der Branche spiegelt die Stimmung wider. Fast ein Drittel weniger Aussteller als auf der letzten IAA vor zwei Jahren, viele Stände verkleinert und einfacher gestaltet. Einige namhafte Autohersteller wie Honda und Nissan bleiben der Messe gleich ganz fern. Auch was die Produkte angeht, ist Verunsicherung zu spüren. Jeder weiß, dass vieles anders wird, aber nicht genau was und nicht genau wann. Doch weil der Durchschnittskunde nur dann grün kaufen mag, wenn er dafür nicht viel mehr bezahlen muss als für Konventionelles, ist in Frankfurt traditioneller Autobau in Form neuer Modelle genauso vertreten, wie ganz oder teilweise elektrogetriebene Zukunftsstudien, auf die so gut wie kein nennenswerter Hersteller verzichten kann.
Beispiel Volkswagen. Der Konzern, der sich nach eigener Aussage vorgenommen hat, größter Autoproduzent der Welt zu werden, deckt mit seinen neun Marken - demnächst wird Porsche hinzukommen - auf der IAA nahezu das gesamte Spektrum ab - von der einbaumschmalen Einliter-Utopie, die an eine Studie von 2007 anschließt über verbrauchsoptimierte BlueMotion-Varianten von Passat, Golf und Polo bis hin zur neuesten Transporter-Generation.
Konzerntochter Audi steuert zwei Hochleistungsmodelle bei: den neuen S5 Sportback mit 333 PS und den bildschönen R8 Spyder, der im kommenden Frühjahr auf den Markt kommt - für gut 155.000 Euro. Die Illusion, dass alternative Antriebe keinen Verzicht auf Hochleistung bedeuten müssen, pflegt man derweil mit einer E-Studie des R8. Dennoch ein interessantes Projekt: Gefördert mit 22 Millionen Euro aus öffentlichen Töpfen will man unter dem Namen "ePerformance" ein Verbundprojekt mit Partnern aus Wissenschaft und Zulieferindustrie starten, das alle Aspekte der Elektromobilität umfassen soll. VW-Tochter Skoda setzt dagegen ganz auf die nahe Wirklichkeit. Der neue Superb Combi bietet bis zu sagenhafte 1900 Liter Laderaum.
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Soweit ich sehen kann kommt das einzige Elektroauto der IAA, das keine "Zukunftsstudie" ist, aus Indien: http://www.revaglobal.com
Im Gegensatz zu den virtuellen Heißluftstromautos der deutschen Hersteller gibt es dazu nämlich schon technische Daten, Preisangaben, einen konkreten Produktionsstart, einen deutschen Importeur und es kann ab sofort von jedem Interessenten vorbestellt werden.
Jetzt frage ich mich und andere nur noch, wie die bösen Inder es schaffen, ein E-Auto mit Lithium-Akkus für weniger anzubieten, als nach einhelliger Meinung sogenannter "Experten" alleine der Akku kostet? Haben die es etwa gewagt, diese Expertenmeinungen zu ignorieren?!
Vielleicht liegt es auch daran, dass auf dem Akku dann nicht "Premium" draufsteht, aber das verlangen ja die Premiumkunden deutscher Premiumhersteller unbedingt, dies zeigen eindeutig die Ergebnisse von Premiumumfragen unter den Vorständen dieser Premiumhersteller ;-)
Das Schöne am Verbrenner-Auto ist ja die Tatsache, dass Sprit von freundlichen Ausserirdischen direkt in die Zapfsäulen gebeamt wird und nicht erst gefunden, gefördert, transportiert, raffiniert und wieder transportiert werden muß. Oder?
Mich würde ja mal interessieren, warum Sie den Stromverbrauch und die möglicherweise benötigte Zahl der Kraftwerke nicht ausrechnen, wenn es Sie wirklich interessiert.
Z.B. 1 Mio. Elektroautos, die 15kWh/100km verbrauchen und je 15.000km fahren, brauchen zusammen im Jahr wieviel Energie? Und dann kann man hochrechnen, mit dem deutschen Bruttostromverbrauch vergleichen, die km und kWh variieren - vorausgesetzt natürlich man hat nicht gefehlt, als auf der Grundschule die Grundrechenarten gelehrt wurden...
Das Schöne am Elektroauto ist ja die Tatsache, dass Strom aus der Steckdose kommt, und somit keine fossilen Energieträger aufbraucht. Oder?
Mich würde ja mal interessieren, wieviele neue Kraftwerke gebraucht werden, würde nur 25% der Autos mit Strom statt Benzin fahren.
@ soWhat
Nur mal zum Nachdenken. Ich muß jeden Tag 1 Stunde zur Arbeit und zurück pendeln. Da wäre ein E-Auto eine echte Alternative. Nur schnell genug müßte es sein. Leichtbau wäre ein echter Vorteil. ÖPNV ist keine Lösung weil doppelt so viel Zeit draufgeht. Vielleicht geht es ja noch ein paar tausend anderen genauso.
diese Elektroauto-Phantasien sind aber auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Das Problem ist doch in erster Linie: Warum soll ich 1,5 Tonnen Stahl und Kunststoff bewegen um 80 kg Mensch von A nach B zu bringen? Und dann steht das Durchschnittsauto auch noch 20 Stunden am Tag auf einem Parkplatz... äußerst Sinnvoll das Ganze.
Neues Denken und neue Konzepte sind gefragt... solange das Auto aber noch Statussymbol und Ausdruck der Persönlichkeit ist ... lol ist auch eine Elektroblechkiste nur alter Wein in neuen Schläuchen
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