Hyperloop Projekt von Elon Musk: Mit 1225 Stundenkilometern durch Kalifornien

So könnten Passagiere im Hyperloop reisen.

(Foto: AP)
  • Elon Musk plant mit dem Hyperloop ein Konzept für Hochgeschwindigkeitstransporte.
  • Transportkapseln sollen dabei in Röhren mit einem Tempo von mehr als 1000 Stundenkilometern unterwegs sein.
  • Studenten des MIT haben nun einen Wettbewerb gewonnen und sollen das Konzept umsetzen.

Wer an der US-Westküste geschäftlich unterwegs ist, wird häufig in den Metropolen San Francisco und Los Angeles zu tun haben. Dumm nur, dass die beiden Städte rund 600 Kilometer voneinander entfernt liegen - je nach gewähltem Verkehrsmittel eine Reisezeit von bis zu einem halben Tag. Elon Musk, Tesla-Gründer und Allround-Visionär, würde diese Zeit gerne auf 35 Minuten verringern. Hyperloop heißt das Projekt, das er dafür im Auge hat. Ein Transportsystem, bei dem Kapseln mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1225 Stundenkilometern durch eine Röhre geschossen werden.

Die Pläne dafür hat Musk schon 2013 kundgetan, nur bauen wollte er das Ganze dann doch nicht selbst. Deshalb wurde ein Wettbewerb ausgerufen, den nun Studenten des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) gewonnen haben. Mehr als 100 Teams hatten sich um den Auftrag beworben. Das Team der niederländischen Universität Delft kam auf den zweiten Platz, dahinter die Teilnehmer von US-Universitäten in Wisconsin, Virginia und Kalifornien.

Wie der Hyperloop funktionieren soll

Auf Stahlbetonstützen sollen zwei parallel laufende Röhren gebaut werden, in denen sich Kapseln mit 20 bis 30 Menschen an Bord in einem Teilvakuum bewegen. Um eine hohe Geschwindigkeit erreichen zu können, sollen die Kapseln auf Luftpolstern gleiten. Dafür soll der Druck in den Röhren bei etwa 100 Pascal gehalten werden, einem Tausendstel des Normaldrucks.

Die Konstrukeure vom MIT wollen beim Bau nicht hauptsächlich auf Aluminium setzen, sondern auf Karbonfasern und Polykarbonat. Eine Kapsel soll demnach etwa 250 Kilogramm wiegen. In bisherigen Planungen war man von einem Gewicht von mehrern Tonnen pro Kapsel ausgegangen. Außerdem plant man beim MIT mit einem magnetischen Schwebesystem.

So könnte der Hyperloop durch Kalifornien sausen.

(Foto: obs)

Verschiedene Teststrecken sind bereits in Planung, Musk möchte insgesamt sechs bis 7,5 Milliarden Dollar in das Projekt investieren. Im Vergleich zu Transportvisionen ähnlicher Coleur ist das relativ günstig. Das liegt zum Beispiel daran, dass die Röhren entlang ebener Autobahnstrecken verlaufen sollen. Durch die Streckenführung auf Stützen mit variabler Höhe müsste nicht großflächig Gelände abgetragen oder aufgeschüttet werden. Die Stützpfeiler sollen so gedämpft sein, dass sie auch einem Erdbeben standhalten könnten.

Kritik an dem Projekt

Experten halten Musks Planungen jedoch für weitgehend unrealistisch; speziell die Kosten seien viel zu gering angesetzt. "Meine Frage ist nicht, ob es realisierbar ist, sondern ob es in einer Art umsetzbar ist, die von einem energietechnischen Standpunkt und auch von ökonomischer Seite Sinn hat", sagte John Hansman bereits 2013. Das ist insofern bemerkenswert, als Hansman Direktor des International Center for Air Transportation am MIT ist. Der Uni der Studenten, die den Hyperloop nun umsetzen wollen.