Der Kreiskolbenmotor des Felix Wankel gilt nicht als ökologisch vertretbar: hoher Verbrauch, viele Emissionen. Warum hält ihm Mazda trotzdem die Treue und sieht in ihm sogar den idealen Wasserstoff-Motor?
Seita Kanei ist sich sicher: Die Zukunft läuft rund. Der Mazda-Technikchef íst sich sicher, dass am Wasserstoff als Treibstoff für Motoren künftig kein Weg vorbei führt. Nur wie und womit das saubere Knallgas die Autos voran treibt - davon hat er seine eigenen Vorstellungen: Es gebe, propagiert der 57-Jährige, keinen besseren Wasserstoff-Motor als die Weiterentwicklung des guten alten Wankel. Und Kanei liefert dafür eine durchaus plausible Erklärung: Im Wankel ist Platz für zwei.
Laut Mazda bietet der Wankelmotor große Vorteile - für den Wasserstoffbetrieb. (© Foto: Pressinform)
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Aber der Reihe nach. Seit Felix Wankel vor 50 Jahren bei NSU den nach ihm benannten Kreiskolbenmotor vorstelllte, ging es mit dem Aggregat im Grund nur bergab. In Deutschland trieb er Ende der sechziger Jahre serienmäßig für zehn Jahre nur den legendären NSU Ro 80 an. Die Limousine war alles andere als ein Erfolg. Danach waren es nur noch die Ingenieure bei Mazda, die dem schnell rotierenden Kolben im Autobau fest die Treue hielten und das Prinzip kontinuierlich weiter entwickelten. Seit 1963 bauen sie ihn in ihre Sportwagen ein und schafften 1991 mit einem 700-PS-Wankel gar einen Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans.
Der Wankel läuft so ruhig wie sonst kein anderer Motor
Der größte Vorteil des Wankels lag bislang in seiner Laufruhe - selbst bei Vollgas produziert er kaum Vibrationen. Das demonstrieren die Techniker bei Mazda den Besuchern im japanischen Hiroshima gerne mit einem Glas Rotwein: Oben auf den Motorblock gestellt, kräuselt sich die Oberfläche des Weines nicht einmal dann, wenn sie die Leistung auf dem Prüfstand voll hochdrehen.
Den Vorteilen stehen allerdings Nachteile gegenüber, die zumindest bislang alle Hersteller außer Mazda vom Kreiskolbenmotor so weit ferngehalten haben wie den Teufel vom Weihwasser. Der Kraftstoffverbrauch beim Wankel ist rund 16 % höher als bei einem Zylinder-Motor gleicher Leistung - was damals vor allem dem in die erste Ölkrise hinein geborenen Ro 80 den Garaus machte. Ein weiterer Nachteil ist die weniger prickelnde Kraftentfaltung des Wankel. Mazdas RX-7 etwa ist mit ihm zwar sportlich flott, aber nicht gerade atemberaubend spritzig unterwegs.
Einen weiteren Nachteil zeigt ein Blick in Mazdas Motorenfertigung: Viel und teure Handarbeit ist nötig. Zwar setzt sich der Kreiskolbenmotor unterm Strich aus weniger Einzelteilen zusammen als etwa ein Vierzylinder. Aber diese Teile müssen meist gefühlvoll von Hand zusammengepusselt werden. Es braucht schon die Sensibilität des menschlichen Daumens, um den richtigen Federungswiderstand der zarten Dichtungen zu ertasten. Allein dafür werden die Mitarbeiter bei Mazda einen Monat lang geschult. Genug Gründe also, dass der Wankel außer bei Mazda nirgendwo erste Wahl ist.
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Ich habe mir die ersten 3 Links einmal angeschaut. Der erste war ein toter Link, der zweite Bestand nur aus begründungsfreien negativen Behauptungen, und der dritte bietet zwar eine Auflistung der nicht unerheblichen technischen Probleme sowie einige nicht nachvollziehbare Kilojoule-Kilowatt / Kilo H2-Rechnungen, propagiert aber dann das absolut hirnrissige Ergebnis, auf die Ultraklimakiller Methan und das hungerverursachende Ethanol (siehe Biosprit) zu setzen.
Was auch immer die H2-Gegner herumnörgeln Fakt ist, daß es langfristig wahrscheinlich kaum Alternativen gibt abgesehen z.B. von Windkraft und Photovoltaik (die einen Energieträger wie H2 als Zwischenspeicher brauchen).
Hybridfahrzeuge brauchen übrigens nach wie vor Öl. Öl zu sparen bedeutet nichts anderes, als den Anstieg der Öl- und Gaspreise auf unbezahlbare Höhen lediglich zu verlangsamen aber nicht zu stoppen.
Und woher kommt der Strom für reine Elektroautos? Aus der Steckdose?
Statt von vornherein zu kapitulieren, sollte man sich lieber fragen, WIE man den EnergieTRÄGER H2 alltagstauglich macht (z.B. Nanotechnologie für Festspeicher), und wie man ihn gewinnt (z.B. Elektrolyse per Geothermie und Windkraft).
Und schließlich ist die Kostenrechnung keine Frage des Geldes, sondern der ökologischen Gesamtkosten. Ist das Klima erst einmal umgekippt, wären 100 Trilliarden für Geothermie und Wasserstoff nur Peanuts gewesen.
"Wasserstoff... Bringt man ihn im Motor mit Sauerstoff zusammen, reagiert beides unter Abgabe von Energie zu Wasser: H2O - kein CO2, keine Rußpartikel, keine Stickoxide. Nur reines Wasser, das aus dem Auspuff sprüht."
Leider ist diese Aussage nicht ganz korrekt. Auch bei der Verbrennung von Wasserstoff entsteht sogenanntes prozeßabhängiges, thermisches NO (auch Zeldovic NO nach der zugrundeliegenden Zeldovic Kettenreaktion/ erweiterter Zeldovic Mechanismus) aus dem Stickstoff der Luft und freiem Sauerstoff. Dieses macht bei mit fossilen Brennstoffen betriebenen Motoren einen Großteil der NOx-Produktion aus.
Soll dieses vermieden werden, müsste mit reinem Sauerstoff oder mit Luftmangel verbrannt werden. Ersteres wäre technisch zu aufwendig, letzteres verringert den Wirkungsgrad und damit die Effizienz des Motors. Eine Abgasnachbehandlung (wenn auch weniger aufwendig als bei konventionellen Motoren) ist also auch bei H2-Motoren notwendig.
Zur Wasserstoff Herstellung benötigt man zugegeben viel Energie, jedoch sollte man an dieser Stelle eine Stufe tiefer ansetzen und die Energieherstellung umweltfreundlicher gestalten.
Da uns aber leider das nötige Helium 3 fehlt, um zum Beispiel Kernfusion zu betreiben, ohne dass sich dabei der Reaktor selbst mit Neutronen aus der Verschmelzung von Deuterium und Tritium verstrahlt, wird das wohl nichts. Und das Vorhaben zum Mond zu fliegen, um Helium 3 für die Kernfusion zu holen, dürfte in der Bevölkerung wieder als Steuerwahnsinn gelten und würde damit ohnehin im Keim erstickt werden. Dabei wäre es eigentlich so "einfach"...
Zu Ihrer letzten Anmerkung, dass man H2 aus regenerativen Energien herstellen sollte, kann ich nur sagen: Bevor wir den Strom aus den 2-4%, die wir heute aus regenerativen Energiequellen gewinnen, dazu verschwenden, unter grossen Verlusten H2 herzustellen, fallen mir sehr viele sinnvollere Einsatzmoeglichkeiten ein.
Zum Beispiel diesen Strom dazu zu nutzen, um endlich mit dem Wahnsinn aufzuhoeren, fossile Brennstoffe zur Stromgewinnung zu vernichten. Wenn wir dann in 100-200 Jahren soweit sind, koennen wir ueber H2-Gewinnung nachdenken. Aber bis dahin haben es hoffentlich auch die letzten verstanden, dass es bessere Moeglichkeiten gibt...
Das habe ich doch auch geschrieben. Entweder gewinnt man H2 mit negativer Energiebilanz durch Elektrolyse aus Wasser, oder aber aus fossilen Erdgasen. Insofern ist da H2 dann schon "Energietraeger", aber nur, wenn man nicht beruecksichtigt, dass man Erdgas verbraucht.
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