Dieses Auto hat die Hasskappe auf: Der Hummer H2 gilt als Klimakiller und Protzmobil. Doch der brachiale Ami schluckt auch nicht mehr als die Konkurrenz - und ist nicht nur eine Shownummer.
In dem Schlammloch, das sich da in der rechten Fahrspur öffnet, könnte ein Smart fast bis zur Dachkante versinken. Den Instruktor auf dem Beifahrersitz ficht das nicht an: "Und jetzt ganz langsam durch - und mit viel Genuss." Der mächtige Hummer H2 neigt sich vorne rechts tief in den Modder. So wie das Vorderrad im Schlamm versinkt, so hebt sich das linke Hinterrad nach oben und verliert die Bodenhaftung. Unbeirrt rollt der H2 weiter, das vordere Rad taucht aus dem Schlamm nach oben, das Hinterrad senkt sich, verkantet abenteuerlich nach außen - der Hummer rollt mit stoischer Gleichmäßigkeit voran. Auf den nächsten "Elefantenfuß" zu, wie sie die Mini-Tümpel hier im Waldboden nennen. "Der Hummer ist einfach ein grundehrlicher Geländewagen", kommentiert der Instruktor grinsend.
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(© Foto: Pressinform)
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Wohl wahr. Den 4,82 Meter langen und 2,06 Meter breiten Parade-Ami hält so schnell nichts auf, hier auf dem eigens präparierten Waldparcours in einem ehemaligen Landsitz am Rande der niederländischen Kleinstadt Wilbertoord: Kein Bachlauf und kein Unterholz, keine Steigung und keine Schrägung. 293 kW/398 PS aus acht Zylindern mit zusammen 6,2 Litern Hubraum und ein brachiales Drehmoment von 574 Nm sorgen schon dafür. Die klassische Rahmenkonstruktion garantiert, dass sich nicht durchbiegt, was gelegentlich mal frei in der Luft hängt. Der Hummer wühlt sich durch. Hier ist er in seinem Element.
Oder? Nein. Hier ist er auch in seinem Element, muss es eher heißen. Denn das Monstrum erweist sich auch auf der asphaltierten Straße als überraschend luxuriös und handlich. Feldwege sind eine leichte Übung für den H2 - er schwebt dank Luftfederung und Niveauregulierung über beinahe jedes Schlagloch. Im normalen Verkehr fließt er entspannt und locker mit. Auf den engen Landstraßen rund um Wilbertoord hat er ebenso wenig Probleme wie in den Tempo-30-Zonen des Örtchens.
Für Übersichtlichkeit nach vorne und zu den Seiten sorgt trotz der nur schießschartengroßen Fenster die klare Kastenform des Hummer. Nach hinten verschafft die - optionale - Heckkamera mit dem automatisch ausfahrbaren Monitor im Rückspiegel gute Sicht. Die fein dosierbare Automatik und das knackig ansprechende Gaspedal sorgen ebenso wie die präzise Lenkung dafür, dass sich der Koloss zentimetergenau manövrieren lässt.
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Aufregung um Italiens Ex-Premier
Wer einen richtigen Geländewagen mit einem riesigem Kofferraumvolumen, bei umgeklappten Rücksitzen, von 2452 Liter zu einem mehr als fairen Preis braucht, ist mit einem H2 gut bedient.
Die Frage ist nur, wer braucht denn beides zusammen (Geländewagen & riesigen Kofferraum) in Deutschland?
Wer Spass an außergewöhnlichen Autos hat, und zudem gerne auffällt, der sollte übrigens auch zuschlagen.
Die Verbrauchsanalyse erinnert an die Debatte, ob Stalin oder Hitler der grösste Massenmörder war. Ein unnötiges Fahrzeug, ein unnötiger Bericht und ein erneuter Beweis, dass Autojournalisten meistens eine Schraube lose haben.
Für mich persönlich ist folgende Technologie, auch für schwere Offroader, durchaus denkbar:
eine Brennstoffzelle eingebaut (betrieben mit Wasserstoff, Biogas oder sonstigem Gas), 4 Radnabenmotoren dazu, entsprechende Steuerelektronik eingebaut und fertig ist ein äusserst attraktives und alltagstauglichesFahrzeug.
Nicht nur leichter ist es, da der klassische Motor und das gewichtige Getriebe und Achsdifferenziale entfallen, sondern wäre, eingebaut in vor allem europäische Offroader, eine überlegenswerte Sache.
Ich weiss, die Bereit- und Herstellung von H2, Biogas oder Autogas benötigt entsprechende Energie. Aber die Brennstoffzelle sehe ich als bessere Alternative zur heutigen Technologie bezüglich reinen Elektroautos. Es entfällt nämlich der sehr teure und schwere Lithium-Ionen-Accu (Li-Ion) als unverzichtbares Teil für Elektroautos. Dieser Accu muss ja auch aufwändig hergestellt werden.
Die Tunerszene wird sicher auch da Möglichkeiten finden ein solches Fahrzeug zu "pimpen" oder overhaulin-tauglich zu modifizieren. Auch da können die Amis wieder einmal vom "alten Europa" eine Menge lernen.
Mich würde hier interessieren, welche Alternativen in puncto Antrieb für PKWs und echte Geländewagen die hier Schreibenden sehen. SUVs möchte ich absichtlich aussen vor lassen, denn diese sind nur hochgelegte Kombis mit meistens schlechten Offroad-Eigenschaften.Diese Eigenschaften braucht man ja auch nicht auf der Maximilianstrasse.