Von Jürgen Wolff

Dieses Auto hat die Hasskappe auf: Der Hummer H2 gilt als Klimakiller und Protzmobil. Doch der brachiale Ami schluckt auch nicht mehr als die Konkurrenz - und ist nicht nur eine Shownummer.

In dem Schlammloch, das sich da in der rechten Fahrspur öffnet, könnte ein Smart fast bis zur Dachkante versinken. Den Instruktor auf dem Beifahrersitz ficht das nicht an: "Und jetzt ganz langsam durch - und mit viel Genuss." Der mächtige Hummer H2 neigt sich vorne rechts tief in den Modder. So wie das Vorderrad im Schlamm versinkt, so hebt sich das linke Hinterrad nach oben und verliert die Bodenhaftung. Unbeirrt rollt der H2 weiter, das vordere Rad taucht aus dem Schlamm nach oben, das Hinterrad senkt sich, verkantet abenteuerlich nach außen - der Hummer rollt mit stoischer Gleichmäßigkeit voran. Auf den nächsten "Elefantenfuß" zu, wie sie die Mini-Tümpel hier im Waldboden nennen. "Der Hummer ist einfach ein grundehrlicher Geländewagen", kommentiert der Instruktor grinsend.

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(© Foto: Pressinform)

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Wohl wahr. Den 4,82 Meter langen und 2,06 Meter breiten Parade-Ami hält so schnell nichts auf, hier auf dem eigens präparierten Waldparcours in einem ehemaligen Landsitz am Rande der niederländischen Kleinstadt Wilbertoord: Kein Bachlauf und kein Unterholz, keine Steigung und keine Schrägung. 293 kW/398 PS aus acht Zylindern mit zusammen 6,2 Litern Hubraum und ein brachiales Drehmoment von 574 Nm sorgen schon dafür. Die klassische Rahmenkonstruktion garantiert, dass sich nicht durchbiegt, was gelegentlich mal frei in der Luft hängt. Der Hummer wühlt sich durch. Hier ist er in seinem Element.

Oder? Nein. Hier ist er auch in seinem Element, muss es eher heißen. Denn das Monstrum erweist sich auch auf der asphaltierten Straße als überraschend luxuriös und handlich. Feldwege sind eine leichte Übung für den H2 - er schwebt dank Luftfederung und Niveauregulierung über beinahe jedes Schlagloch. Im normalen Verkehr fließt er entspannt und locker mit. Auf den engen Landstraßen rund um Wilbertoord hat er ebenso wenig Probleme wie in den Tempo-30-Zonen des Örtchens.

Für Übersichtlichkeit nach vorne und zu den Seiten sorgt trotz der nur schießschartengroßen Fenster die klare Kastenform des Hummer. Nach hinten verschafft die - optionale - Heckkamera mit dem automatisch ausfahrbaren Monitor im Rückspiegel gute Sicht. Die fein dosierbare Automatik und das knackig ansprechende Gaspedal sorgen ebenso wie die präzise Lenkung dafür, dass sich der Koloss zentimetergenau manövrieren lässt.

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