Honda CR-V Praktiker mit extravaganter Optik

Der Honda CR-V polarisiert. Wie schon bei anderen Modellen verpassen die Japaner dem kompakten SUV eine kantige und individuelle Optik. Doch im Fahrtest überzeugt der CR-V mit praktischen Lösungen und hohem Fahrkomfort.

Von Michael Specht

Im Segment der kompakten SUV ist Honda schon seit 17 Jahren vertreten. Der erste CR-V kam als sogenannter Soft-Roader noch staksig wie ein hochgelegter PKW daher. Konkurrenz gab es wenig, von deutschen Herstellern schon gar nicht. Heute sieht der Markt völlig anders aus. SUVs aller Größen verkaufen sich wie geschnitten Brot, das Segment boomt, fast jeder Autobauer hat die verkappten Geländewagen im Angebot. Darunter auch sehr gute, wie Mazda seit diesem Jahr mit dem CX-5 zeigt. Umso mehr mussten sich die Honda-Ingenieure nun bei der vierten Generation des CR-V ins Zeug legen, um hier den Anschluss nicht zu verlieren.

Derzeit gibt es wohl kein SUV in dieser Klasse, der optisch so markant heraussticht. Besonders das Heck, die hinteren Seitenfenster und die bumerangförmigen Rückleuchten bestimmen das eigenwillige Design, das sicherlich nicht jedermanns Geschmack ist.

Viel Platz, hohe Variabilität

Umso ruhiger geht es innen zu. Ein aufgeräumtes Cockpit mit angenehmen Materialien und einfacher Bedienung. Ein üppiges Platzangebot vorne wie hinten, durchdachte Staufächer und Ablagen, eine sehr gute Sitzposition sowie ein Faltkonzept der Rücksitze, an dem sich die Konkurrenz durchaus ein Beispiel nehmen darf.

Schon im Kleinwagen Jazz bewies Honda, wie locker und leicht sich eine Ladefläche hervorzaubern lässt. Ähnlich läuft das beim CR-V ab. Hebel ziehen genügt, schon klappen Polster nach oben und Lehnen nach unten - vollautomatisch. Kleiner Nachteil: Es entsteht keine ganz waagerechte Ladefläche. Dafür konnte die Ladekante um 25 Millimeter auf 66,5 Zentimeter abgesenkt werden. Hört sich nach wenig an, hilft beim Ein- und Ausladen von Getränkekisten aber enorm. Stolz ist man im Hause Honda auch, trotz insgesamt niedrigerer Karosseriehöhe mehr Kopffreiheit für die Fondgäste und mehr Platz fürs Gepäck geschaffen zu haben. Mit 589 Liter Kofferraumvolumen ist der CR-V Klassenbester. Auf 1669 Liter - 147 mehr als im Vorgänger - wächst der Stauraum, liegen die geteilten Rücksitze flach. Dann sollen sogar drei Fahrräder hineinpassen.

Leise und komfortabel

In einem ersten Fahrtest zeigte sich der CR-V leise und komfortabel. Das gilt auch, wenn unter der Haube der vom Vorgänger übernommene, aber weiterentwickelte 2,2-Liter-Diesel (150 PS) seinen Dienst verrichtet. Wenige Selbstzünder laufen kultivierter. Im Normverbrauch kommt der i-DTEC auf 5,6 l/100 km, zwölf Prozent weniger als zuvor. 155 PS leistet der Zweiliter-Benziner i-VTEC, für den Honda eine Verbrauchsreduzierung von zehn Prozent nennt (jetzt 7,2 Liter pro 100 Kilometer). Beide gibt es in Verbindung mit einem Sechsganggetriebe, die Automatikvariante kostet Aufpreis.

Erstmals bietet Honda für den CR-V eine Version mit Frontantrieb an - um damit noch mehr Käuferschichten anzusprechen. Und Honda will ja im nächsten Jahr in Deutschland immerhin 9000 CR-V absetzen. Die Preise für den SUV beginnen bei 26 950 Euro für den Benziner, mit Dieselaggregat gibt es den CR-V erst mit der Ausstattungslinie Comfort zu einem Preis ab 30.500 Euro.