Hilfe durch neue Technik Japan ist schon weiter

"Wenn man Ampelanlagen in das Netzwerk integrieren könnte und den Fahrer vorab über eine grüne Welle und die nächste Rotphase informieren würde, wäre das ein Selbstläufer", prognostiziert Marc Menzel, technischer Experte für drahtlose Kommunikation bei Continental. Auch die Warnung vor Wanderbaustellen wird unter Fachleuten als heißer Kandidat für eine Verbindung zur Verkehrsinfrastruktur (Car to X) gehandelt. Doch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer zögert noch, offizielle Zusagen zu machen.

Bund, Länder und Gemeinden haben zwar die Vorteile der spontanen Funknetzwerke erkannt und simTD mit 69 Millionen Euro gefördert. In der neuen Publikation "Straße im 21. Jahrhundert" mahnt das Bundesverkehrsministerium zudem: "Die Straße der Zukunft kann die Rolle eines Innovationsmotors übernehmen. Aufschub und eine zögerliche Einführung neuer Technologien führen dagegen zu erheblichen Einschränkungen. Die Straße der Zukunft soll den Standort Deutschland durch Beschleunigung und unmittelbare Implementierung des technischen Fortschritts stärken." Gleichzeitig fürchtet sich die öffentliche Hand vor hohen Infrastrukturinvestitionen in Zeiten klammer Kassen.

Japan ist schon einen Schritt weiter: Landesweit sind dort 1600 Mauterfassungsstationen an den Autobahnen mit 5,8-GHz-Sendern bestückt. Die Wlan-Stationen übermitteln Warnhinweise und Informationen zur dynamischen Routenführung an die Autos. Auf dieselbe Frequenz hat sich auch das Car-to-Car-Konsortium in Europa verständigt. Technisch steht der Einführung also nichts mehr im Wege - jetzt müssen nur noch die Kunden mitspielen.