Walt Disneys "Herbie" Ein Käfer zum Knuddeln

VW präsentierte gerade den neuen Beetle und beschwört einen riesigen Kult. Der erste New Beetle war eher mäßig erfolgreich - ganz im Gegensatz zum Original - der wurde als "Herbie" sogar zum Kinostar.

Jim Douglas liebt rassige Autos. Ein schneller Lamborghini, das wäre für den ehrgeizigen Rennfahrer aus San Francisco genau das Richtige. Stattdessen ist er an diesem schäbigen kleinen Importauto hängen geblieben: Der Käfer wich Jim einfach nicht von der Seite, als er in einem Luxus-Autohaus eigentlich einen schicken Sportflitzer suchte.

So musste Jim den Käfer kaufen - und lernt schnell, dass das seltsame Eigenleben des kleinen Autos ihm durchaus zugute kommt. "Herbie", wie der Käfer von Jims Kumpel Teddy genannt wird, erweist sich nämlich als veritabler Rennwagen, der Kreise um Ferraris und Corvettes fährt und dem bislang erfolglosen Rennfahrer Jim einen Sieg nach dem anderen beschert.

Trotz Herbies mimosenhafter Zicken - unter anderem zertrümmert er aus Eifersucht einen Lamborghini und versucht, sich von der Golden Gate Bridge zu stürzen - bleiben der Käfer und Jim ein Team. Am Schluss gewinnen sie zusammen mit Jims Freundin Carole und Teddy als Mechaniker an Bord das Rennen von El Dorado.

Der Erfolg des Films "Ein toller Käfer" von 1968 führte zu zahlreichen Fortsetzungen, zuletzt war es "Herbie: Fully Loaded" mit Lindsay Lohan in der wichtigsten Nebenrolle.

Technisch gesehen war der Original-Herbie ein perlweißes Volkswagen-Exportmodell, Baujahr 1963. Zur Luxusausstattung gehörte das Sonnendach. Der "Luxus" des Exportmodells war also eher bescheiden, doch waren damals auch viele Basismodelle der amerikanischen Hersteller nicht gerade üppig ausstaffiert.

Für den US-Markt musste der Käfer mit einem zusätzlichen Schutzbügel über der Stoßstange versehen werden, der dem Auto allerdings ganz gut zu Gesicht stand. Importautos waren in den 60er-Jahren natürlich nichts Neues mehr in den USA - schon gar nicht in San Francisco, wo sich Alternative und Intellektuelle gerne mit ungewöhnlichen Autos vom Establishment abhoben.

Der Käfer nahm trotzdem eine Sonderrolle ein. Er war weder schnell noch elegant, alles andere als luxuriös und zwischen den Ami-Kreuzern so verloren wie ein Insekt in einer Büffelherde. Mit 34 PS konnte man auf den amerikanischen Highways bestenfalls im Windschatten mitschwimmen, und der vergleichsweise geringe Verbrauch von 8,5 Litern pro 100 Kilometer taugte zumindest in den Sechzigern, als der Sprit in den USA etwa achtmal so billig war wie heute, noch nicht als Kaufargument.