Verkehrsminister Peter Ramsauer will die "Vision Zero" des Europäischen Parlaments nicht um jeden Preis umsetzen: Null Verkehrstote seien eine Illusion. Die Tragequote von Fahrradhelmen soll trotzdem deutlich steigen.

Die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland soll nach dem Willen der Bundesregierung bis 2020 um 40 Prozent auf etwa 2200 sinken. Dieses Ziel soll unter anderem mit dem Verkehrssicherheitsprogramm 2011 erreicht werden, das Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Donnerstag in Berlin vorstellte. Es umfasst mehr als 40 Einzelmaßnahmen von der Werbung fürs Helmtragen beim Radfahren bis zu mehr Überholstreifen auf Landstraßen.

Ramsauer stellt 'Verkehrssicherheitsprogramm 2011' vor Bild vergrößern

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer stellt das "Verkehrssicherheitsprogramm 2011" vor und drohte einmal mehr damit, die Helmpflicht für Fahrradfahrer einzuführen. (© dpa)

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Ramsauer erneuerte seine Drohung mit einer Helmpflicht für Radfahrer für den Fall, dass die Tragequote von jetzt etwa neun Prozent nicht auf mehr als 50 Prozent steige. Einen Zeitrahmen nannte er nicht. Er sagte, seitdem er vor einigen Wochen zum ersten Mal das Thema aufgebracht habe, hätten ihn zahllose Vorschläge erreicht, wie etwa die Einführung der Helmpflicht zunächst für schulpflichtige Kinder oder für Kinder bis zur Volljährigkeit oder für Fahrer von Elektrofahrrädern.

Im vergangenen Jahr seien 380 Radfahrer im Straßenverkehr umgekommen, die Hälfte von ihnen durch Kopfverletzungen. Eine Statistik einer Kölner Klinik habe bei zehn getöteten Radfahrern ermittelt, dass neun von ihnen noch leben würden, wenn sie einen Helm getragen hätten.

2010 starben 3648 Menschen im Straßenverkehr. Bezogen auf die Zahl von etwa 21.300 Verkehrsopfern 1970 und auch mit der allgemeinen Verkehrszunahme ist das ebenso ein Erfolg wie im internationalen Vergleich. "Trotzdem ist jeder Tote einer zu viel", sagte der Minister.

Der volkswirtschaftliche Schaden aller Unfälle wird auf 30 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Ramsauer sagte, die Maßnahmen zielten vor allem darauf, die Situation der Schwächeren im Straßenverkehr wie Kinder, Senioren oder Motorradfahrer zu stärken.

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  1. Sie lesen jetzt Verkehrsminister erneuert seine Drohung
  2. Die Null-Promille-Grenze wird es weiterhin nicht geben
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