Gyrokopter sind mehr als nur Lustluftgeräte - sie sind optimal verwendbare Fluggeräte. Auch die Polizei setzt inzwischen die praktischen und preiswerten Tragschrauber ein.
Der Wind ist böig, im Osten stehen die letzten Regenwolken. "Und jetzt haben wir einen totalen Motorausfall", sagt fröhlich die Pilotin. Was als Ansage aus dem Cockpit eines Jumbos oder in einer kleinen Cessna zu Panik und Todesangst bei den Passagieren führen würde, wird hier, etwa 300 Meter über dem Flugplatz von Hildesheim, recht gelassen zur Kenntnis genommen. Es passiert ja auch nicht viel: Die beiden Rotorblätter drehen sich brav weiter, die Sinkgeschwindigkeit nimmt kaum zu - nur leiser ist es geworden, weil sich die vier Zylinder des Rotax-Motors im Leerlauf drehen.
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Abgehoben: Die Gyrokopter sind bis zu 180 km/h schnell, wendig und brauchen nur wenige Meter Startbahn. (© Foto: oh)
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Zehn Meter über dem Boden gibt Mona Hörig dann wieder Gas; mit einem Passagier an Bord darf die Fluglehrerin keine Autorotations-Landung hinlegen, auch wenn dies absolut ungefährlich wäre. Kurze Zeit später wiederholt die zierliche Pilotin, was sie schon während des Demonstrationsfluges über Bordfunk gesagt hat: "Jetzt verstehen Sie vielleicht, warum ich nur noch Tragschrauber fliege." Mona Hörig, die Fluglehrerin der Tragschrauberflugschule Thomas Kiggen, ist gerade mal 17 Jahre alt.
Tragschrauber - es gibt also einen eher hässlichen deutschen Namen für dieses Fluggerät, das man auch Gyrokopter, Autokopter oder Autogyro nennt. Und alle Begriffe entstammen dem physikalischen und aerodynamischen Phänomen, deretwegen dieses Ding fliegt. Der Tragschrauber unterscheidet sich vom Hubschrauber dadurch, dass dort die Kraft des maschinengetriebenen Rotors für Auftrieb sorgt.
Hier dagegen dreht sich der Rotor nur durch anströmende Luft, weswegen man namenstechnisch gerne eine Anleihe beim altgriechischen "giros" nimmt, was Kreis bedeutet - bei der türkisch-griechischen Imbissbudenspezialität Gyros dreht sich der Spieß schließlich auch. Beim Begriff Autogyro kommt das Griechische gleich doppelt zum Tragen, weil "autos" in dieser Sprache für "selbst" steht: Der Rotor dreht sich von selbst, man nennt das Autorotation.
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Eine Weltumrundung ist bislang noch keinem mit einem Gyrocopter gelungen und natürlich auch nicht dem erwähnten Pärchen, die ausser einer aufgeblasenen Webseite und einem kaputten Gerät, das sich zeitweise nur auf einem LKW bewegte, noch nicht viel mehr von einer Weltumrundung vorweisen können. Die Reise, ist wie vieles, was Menschen fasziniert, geplant. Von der Planung bis zum erfolgreichen Abschluss eines solchen Projekts ist allerdings noch ein weiter Weg.
Dies stellt der mangelhaft recherchierte Artikel falsch dar, der sagt, man hätte mit einem Gyrocopter sogar die Welt umrundet.
In der Luftfahrt sind leider viele Spinner unterwegs, die mit ihrem FliWaTüüt durch Lummerland brausen können, aber von einer Weltumrundung soweit entfernt sind wie ein Hauptschüler in der 8. Klasse von einer C3-Professur. Einziger Unterschied: der Hauptschüler, der davon träumt und eine echte Chance hat, würde vermutlich keine Webseite aufziehen, die seinen Weg dahin skizziert und Pressemitteilungen herausgeben. Dafür bliebe ihm kein Platz.
Nettes Konzept -- wenn nur nicht die religiösen Fanatiker der Anti-Luftfahrt-BÜs wären, die allerorten einen Dschihad gegen Luftverkehr jeglicher Art führen ("nur ein toter Flugplatz ist ein guter Flugplatz") ...
Als ob es nur "autogyro" gäbe... celier, gyrotec, rotortec oder magni sowie elaaviacion stellt auch gute copter her...
Was unterscheidet Journalismus und PR-Schreibe? Richtig - die UNABHÄNGIGE Recherche. Die kam hier definitiv zu kurz.
Ein Blick in die monatlichen Bulletins der Bundssstelle für Fluguntersuchung hätte gezeigt, dass auch Gyros runterfallen - und (im Gegensatz zu anderen UL) aufgrund des Rotors müssen Gyro-Piloten bisher auf ein Gesamtrettungssystem verzichten. Dass dies bisher kaum der Fall war, liegt vermutlich vor allem an den niedrigen Zulassungszahlen. Die beschriebene Notlandung ist übrigens auch bei jedem "normalen" Flugzeug, UL oder Hubi Teil der Ausbildung und Checkflüge. Man traut sich fast nicht, es auszusprechen: Auch (fast) jedes Flächenflugzeug ist bei einem Motorausfall flugfähig und kann sauber gelandet werden.
Bei aller Begeisterung für Tragschrauber sollte man halt doch die Kirche im Dorf lassen. Die Brandenburger Polizei fliegt die Gyros als Fun- und Schönwettergeräte - also weder bei Nacht, noch bei schwierigen Wetterbedingungen und erst recht nicht im Alarmfall.
Fakt ist auch, dass gerade die Ausbildungsqualität einiger Gyro-Flugschulen in letzter Zeit zu Diskussionen Anlass gegeben hat.
Man sollte das wenn schon mit einem ebenso gross/klein gebauten Helikopter vergleichen. Wenn man den Gyrokopter ebenso gross baut wie einen 8,5 Mio-Heli dann erreicht er auch gleiche Zuladung wie Geschwindigkeit, aber hat einen doppelt so grossen Rotor.. und kostet auch wieder 8,5 Mio ;-)
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