CO2-Emissionen, Hybridmotoren, Bio-Benzin: Die Autohersteller buhlen um die ökologischste Botschaft. In der Praxis haben sie aber noch mächtig Probleme, überhaupt in Fahrt zu kommen.
Bei der AMI, der "Auto Mobil International" in Leipzig, trumpfen die Automobilhersteller momentan mit neuen Technologien auf. Eins scheint dabei sicher: Öko ist in. Zunehmend stehen für die PS-Branche nicht mehr nur rühmliche Ingenieurskunst, sondern auch Klimawandel, Umweltbewusstsein und das "grüne" Auto im Mittelpunkt. Das hört sich erst einmal gut an. Bei genauerer Betrachtung sind die Automobilhersteller jedoch mehr getrieben, als dass sie selbst effektive Lösungen forcieren.
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Dabei wird der Druck immer größer: Schmelzende Eisberge, schwindende Urwälder - der Klimawandel ist allgegenwärtig. Die Verantwortlichen stehen in der Pflicht: Ab 2012 dürfen Neuwagen im Schnitt nicht mehr als 120 Gramm CO2pro Kilometer ausstoßen, andernfalls sieht die EU-Kommission Strafzahlungen vor. Derzeit liegt der Mittelwert gut darüber, bei 160 Gramm CO2. Deutsche Autos stoßen nach Angaben von Umweltschützern im Schnitt sogar 173 Gramm aus.
Die Technik-Entwicklung hinkt hinterher
Das von Umweltminister Sigmar Gabriel geplante Regierungsvorhaben zum Ausbau des Biosprits ist gescheitert. Das heißt, die Autoindustrie muss ihre Klimaverpflichtungen weitgehend ohne die Hilfe des Ökosprits erreichen. "Die Hersteller sind in erster Linie beunruhigt", sagt Peter Wippermann, Gründer des Trendbüros, ein Beratungsunternehmen für gesellschaftlichen Wandel in Hamburg. Es muss viel für die Produktion investiert werden - gleichzeitig ist die Entwicklung noch nicht soweit.
Die Werbung suggeriert positivere Aussichten: Daimler hebt seinen Bluetec-Diesel mit einem speziellen Abgasnachbehandlungskonzept hervor. Der BMW 118d ist zum Auftakt der New York International Auto Show 2008 im März zum "World Green Car of the Year" gekürt worden. Die Jury würdigte hier vor allem die Wirksamkeit des von BMW "Efficient Dynamics" genannte Konzept, was zu besonders guten Verbrauchs- und Emissionswerte verhelfenund so ganz besonders "Freude am Fahren" vermitteln soll.
"In Marketing und Vertrieb ist die Industrie durchaus auf Öko eingestellt", sagt Wippermann. Bei der Umsetzung neuer Technologien fehlt es jedoch noch lange. Wippermann: "Hybrid- und Elektromotoren sind im Moment noch reine Versuchsstadien. Alle basteln daran. Doch nur wer hier den Durchbruch schafft, wird wirtschaftlich wirklich gut dastehen."
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Und wer kauft in 6 Jahren noch all die anderen Autos, die die dann gültigen Schadstoffnormen noch viel weniger erfüllen und noch viel mehr Sprit schlucken (der dann noch viel teurer ist als heute) als heutige Hybriden?
Natürlich sind die heutigen Hybriden dann auch nicht mehr der letzte Schrei, aber immer noch besser als heutige Spritfresser?!
Na, sagen Sie schon ja!
Dennoch: Hybridautos sind keinesfalls "sparsamer" für den Kunden. 1 einziger außerplanmäßiger Werkstattbesuch und die Vorteile sind u.U. für das ganze Autoleben dahin.
Wer eigentlich kauft in6 Jahren den Hybridkarren mit der abgelutschten Supertechnik?
Wir kaufen, was uns die Werbung im Fernsehen vormacht. Grösser, schneller, stärker aber vor allem teuerer. Angeblich besserer Verbrauch (aber nicht, wenn man so fährt wie in der Werbung). Allrad Antrieb, auch wenn den die meisten nicht brauchen, immer mit Vollgas oder zumindest recht flott auf der Strasse oder im Gelände. Klar, dass es den Leuten schwer vermittelbar bleiben wird, ein Auto zu fahren, das eine niedrigere Beschleunigung hat und eben nicht so protzig daher kommt (von öffentlichen Verkehrsmiteln mal gan abgesehen, die hat uns ja schon der gute Mehdorn versaut).
Umweltschutz beim Autofahren, schön, wichtig und gut. Nur - und mal abgesehen von den heutigen Preisen für Neuwagen - der Verbraucher soll durch Ausstossgesetze "ermuntert" sprich über den Geldbeutel gezwungen werden, die neuesten Autos (mit der scheinbar neuesten und umweltfreundlichsten Technologie) zu kaufen. Die "alte" Karre... ? Jaja, wird wiederverwertet. Ist ja auch besser für unsere Umwelt neue Autos herzustellen und (alle 2 Jahre) kaufen (müssen) anstatt seinen alten weniger umweltfreundlichen Untersatz 15 Jahre oder länger zu fahren.
Für sehr viel Geld versuchen fast alle europäischen Hersteller die alten Konzepte zu verkaufen. Die Autos werden immer teurer und man zahlt für Komponenten die ich wirklich nicht brauche. Und wenn dann einem Hersteller wirklich der Durchbruch gelingt und es ein verbessertes Antriebskonzept gibt steht man mit dem teuren Efficient Dynamics oder BlueTec dumm da weil diese Steinzeit Autos als Gebrauchtwagen dann keiner mehr will. Deshalb lieber abwarten. Die Zeche zahlen leider die europäischen Arbeitnehmer in der Automobilindustrie.
Nicht zu vergessen: die Geldspeicher der energieproduzierenden Länder laufen langsam über. Insofern ist jeder an der Tankstelle gezahlte Fünfzig-Euro-Schein einer zuviel.
Die erste Welle der Heuschreckenplage kann uns eine Vorahnung von dem geben, was da noch kommt.
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