Ab 2012 sollen Neuwagen nach Plänen der EU nicht mehr als 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Am Mittwoch werden die genauen Vorschriften bekannt gegeben. Kritik an den Richtlinine gibt es auch von Umweltminister Gabriel.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die umstrittenen Klimaauflagen der EU für Autobauer als einen "Wettbewerbskrieg" gegen die deutschen Hersteller kritisiert. Mit der geplanten Richtlinie würden nur die italienischen und französischen Autohersteller bevorzugt, sagte Gabriel am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin.
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Umweltminister Gabriel sieht bei der CO2-Richtlinie einen Vorteil für die italienischen und französischen Autohersteller. (© Foto: AP)
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Sollten die Pläne der EU durchgesetzt werden, "verlieren wir in Deutschland die Zustimmung der Bevölkerung beim Klimaschutz", warnte der Minister. Die Entwicklung werde dahin gehen, dass Hersteller von großen Autos Hersteller von Kleinen aufkaufen würden. "Dadurch würde kein Gramm CO2 gesenkt, das bringt nichts", sagte Gabriel weiter.
Nach den Plänen der EU-Kommission sollen Neuwagen ab 2012 im Schnitt nicht mehr als 120 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer erzeugen. Das ist rund ein Viertel weniger als bisher. Umstritten bis zuletzt war aber, welche Umweltpflichten die einzelnen Autobauer treffen und wie hoch die Strafen bei Verstößen ausfallen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits vor einem Wettbewerbsnachteil für Hersteller wie Daimler, BMW und Porsche gewarnt.
Große Autos müssen "natürlich" ihren CO2-Ausstoß mehr senken als die kleineren Autos, sagte Gabriel weiter. "Aber da müssen alle ran, auch die Hersteller von kleinen und mittleren Autos."
Zudem hat Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer wegen der langen Entwicklungs- und Lebenszyklen von Autos vor zu kurzfristigen Klimavorgaben für die Autobauer gewarnt. Die Hersteller bräuchten Planungssicherheit und einen gewissen Vorlauf, sagte Dudenhöffer am Mittwoch im ZDF. "Der Automobilmarkt ist wie ein Tanker. Es dauert seine Zeit, umzulenken." Angesichts der Lebenszyklen bei Autos von im Schnitt zehn Jahren, könnten neue Vorgaben nicht von heute auf morgen umgesetzt werden, sagte Dudenhöffer. "Bei einem Auto, dass 2010 auf den Markt kommt, ist das Rennen schon gelaufen."
Ab 2012 sollen Neuwagen nach den EU-Plänen im Schnitt nicht mehr als 120 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen - ein Viertel weniger als bisher. Maximal 130 Gramm sollen durch die reine Motorenleistung erreicht werden, zehn Gramm sollen durch Zusatzmaßnahmen wie verbesserte Reifen oder mehr Biosprit eingespart werden.
(sueddeutsche.de/AFP/lis)
Bei Diskussionen unterscheidet sich Umweltminister Gabriel kaum vom amerikanischen Präsidenten: Reduzierung der Treibhausgase gilt stets für andere nur nicht für die eigene Wirtschaft, die schon bisher immer davon ausgehen konnte, dass die eigene Regierung entsprechend mauern wird, wenn man (hier die Autobauer) die Entwicklung verschlafen hat.
Derzeit gehöre ich noch zu den Mercedes E-Klasse Fahrern. Beim Fahrzeugkauf glaubt ich mich auf der sicheren Seite, was die ökobilanz betraf. Ich wollte für die Zukunft nicht mehr zu jenen gehören, die mit einer "Dreckschleuder durch die Lande und Städte fährt. Wer aber die Diskussion verfolgt, wer künftig mit welcher Plakette in die Städte fahren darf, stellt fest, dass die E-Klasse von Mercedes zu jenen Dreckschleudern gehört, die "gerade noch" in die Stadt gelassen werden sollen. Zugegeben - ich kaufte dieses Familiengefährt von zehn Jahren.
Die deutschen Autobauer erwecken den Eindruck, als dürfe man auf keinen Fall mehr für den Umweltschutz tun, als bestehende Gesetze vorschreiben. Weil aber gerade die Politik mehr als unzuverlässig ist, wird wohl der Autokäufer ab sofort beim Autokauf darauf achten müssen, dass sein neues Gefährt auch noch in zehn Jahren dem dann geltenden Umweltgedanken gerecht wird.
Wenn unsere Autobauer nicht sofort umschwenken, werden immer mehr Käufer nach klimatechnisch fortschrittlichere Autos aus dem Ausland nachfragen.
Auch in dieser Frage sind es dann allerdings nicht Käfer oder Politiker, die einheimische Arbeitsplätze (in der Automobilbranche) vernichten sondern die hier tätigen - scheinbar tief schlafenden Manager.
Sowie in diesem artikel dargestellt ist die argumentation Gabriels natürlich lächerlich: Nur weil die deutsche autoindustrie den wink mit dem zaunpfahl noch nicht mitbekommen hat, sollen die Französische und Italienische Autohersteller mit in die Pflicht gezogen werden.
Wenn Herr Gabriel nun gemeint hätte, dieses bußgeld ist unwirksam, weil autohersteller (bestenfalls) nur herstellen wofür es ein markt gibt, dann hätte man ihm noch zu stimmen können.
.. auch schon aufgewacht und erkannt worum es den Herstellern in unseren EU-Partnerländern in Wirklichkeit geht!
Unseren Nachbarn ist der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands und die Wiedervereinigung ein Dorn in Auge. Die EU gibt es doch in erster Linie, damit Deutschland nach dem II. Weltkrieg eingebunden wurde.
Ist der Herr Gabriel nun _Umwelt_- oder Deutscherherstellerminister?
Kind regards,
Rene