Gratis-Strom für Elektroautos Tesla installiert kostenlose Ladesäulen

240 Kilometer für null Euro: Tesla will seine E-Limousine Tesla S kostenlos mit Strom versorgen. Dafür errichtet der Elektropionier sechs Ladestationen in Kalifornien. Jedoch muss Tesla die Energie-Infrastruktur schnell ausbauen, soll die Aktion nicht nur ein PR-Coup bleiben.

Tesla-Chef Elron Musk bei der Präsentation der Elektro-Ladesäule Tesla Supercharger.

(Foto: WGO)

Es war ein PR-Event erster Güte: Tesla-Chef Elon Musk trat in einem schwarzen T-Shirt mit der Aufschrift "Supercharger" vor eine Menge werbewirksam euphorisierter E-Auto-Fans und präsentierte die neueste Errungenschaft seines Unternehmens: eine futuristisch anmutende weiße Säule, die die Reichweiten-Ängste der Fahrer von Elektroautos lindern soll.

Der "Supercharger" - zu deutsch Super-Lader - ist laut Angaben von Tesla in der Lage, die Limousine Tesla S in durchschnittlich 30 Minuten mit Strom für 240 zusätzliche Kilometer zu versorgen. Vorausgesetzt, man hält sich an die Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 100 km/h. "Das Laden ist umsonst", betont Musk. Pro Jahr soll der Supercharger mehr Strom produzieren, als ein Tesla S braucht.

Die Ladestationen speisen sich aus Sonnenenergie, hängen zusätzlich am Stromnetz. Wenn kein Auto geladen wird, wird der Strom in das herkömmliche Netz eingespeist. Bei schlechtem Wetter wird das Auto dann aus dem Stromnetz geladen. Ein Supercharger kostet etwa 75.000 Euro. Das Dach der Station besteht aus Solarzellen, die eine weitere Firma von Tesla-Chef Musk, SolarCity, herstellt.

Pro Ladestation können bis zu vier Autos betankt werden. Die ersten beiden werden dabei mit voller Kraft befüllt und die beiden zuletzt angekommenen Autos so lange langsamer, bis die Akkus der beiden Erstankömmlinge voll sind beziehungsweise die Fahrzeuge abgekoppelt werden. Ein Trick hinter dem - für E-Mobile - schnellen Tankvorgang ist die Tatsache, dass der Supercharger mit Gleichstrom operiert und dieser über den hauseigenen Tesla-Stecker vorbei an den bordeigenen Ladegeräten des Autos direkt in die Batterie geladen wird. Der Haken dabei: Die Station funktioniert bislang nur mit dem Tesla S.

Eine Testfahrt über eine Distanz von 854 Kilometer von Lake Tahoe nach Los Angeles schaffte der Tesla S mit Hilfe der Ladestationen in knapp zwölf Stunden. Während allerdings die beiden Top-Modelle, die eine Reichweite von 480 beziehungsweise 370 Kilometern haben, den Strom komplett umsonst zapfen dürfen, müssen Besitzer der Version mit dem kleineren 255-Kilometer-Akku sich ein spezielles Ladegerät kaufen. Die Kosten liegen etwa bei 1500 Euro. Noch kommen nur die Amerikaner in den Genuss des freien E-Tankens. In einer ersten Welle werden sechs Ladestationen in Kalifornien aufgestellt.

Bis jetzt gibt es laut Tesla 12.000 Vorbestellungen für die Limousine. Nächstes Jahr sollen 20.000 Modelle verkauft werden, auch in Deutschland. Auf die Supercharger-Ladestationen müssen wir allerdings noch etwas warten. Tesla konzentriert sich vorerst darauf, das Netz in den USA dichter zu knüpfen. Darauf sollten die Kalifornier auch vehement hinarbeiten: Denn sechs Ladestationen sind ein guter Anfang, aber in dieser geringen Anzahl nicht mehr als ein gelungener PR-Coup.