Genf 2010: Seat Seat drängt nach vorn

sueddeutsche.de: Werden künftig alle Seat-Modelle sportlicher?

Luc Donckerwolke: Unsere Autos sollen in ihren Segmenten ganz klar sportlicher werden. Das heißt aber nicht, dass wir künftig nur noch Sportwagen bauen. Unsere Autos werden auf der Straße mehr sportliche Präsenz zeigen. Wir wollen muskulöser und schicker werden sowie die Tradition der sportlichen Hatchbacks pflegen. Dabei werden die Radien der Karosserien präziser und die Autos schärfer. Mit unserer jetzigen Designsprache werden wir also keineswegs brechen, sie aber sehr wohl weiterentwickeln. Mit dem Leon, Ibiza und dem Bocanegra haben wir damit bereits begonnen.

sueddeutsche.de: Wie wird das Interieur zukünftiger Seat-Fahrzeuge aussehen?

Luc Donckerwolke: Wie beim Exterieur werden wir auch im Innenraum emotionaler und die Qualität der Materialien wird sich weiter verbessern. Auch neue Werkstoffe werden sich künftig in unseren Autos wiederfinden. Schon die nächste Generation in zwei, drei Jahren wird das beweisen.

sueddeutsche.de: Welche Schwierigkeiten treten beim Zeichnen eines Kleinwagens gegenüber einem größeren Modell auf? Auf welche Dinge müssen Sie speziell achten?

Luc Donckerwolke: Der Prozess beim Zeichnen ist immer der Gleiche, nur dass ein Kleinwagen kompakte Maße hat und viele Kriterien erfüllen muss. In der Basisversion mit einem kleinen Motor muss das Auto genauso sexy aussehen wie in der Sportversion, die 240 km/h fährt. All diese Möglichkeiten müssen beim Zeichnen berücksichtigt werden.

sueddeutsche.de: Muss gutes Design zukunftsorientiert sein?

Luc Donckerwolke: Ein Blick in die Vergangenheit ist nichts für mich. Man kann sich zwar davon inspirieren lassen, aber sie nicht ausschließlich zitieren. Für mich hat Retro-Design keine Zukunft, da es auf Dauer langweilig ist. Gutes Design muss vorausschauend sein. Ein gut gestaltetes Auto aber ist immer auch ein Kompromiss zwischen Design, Technik und Funktionalität und muss innerhalb der Markenstrategie seinen Platz finden.