GM hat eine Zukunftsvision für das Jahr 2030: Eiförmige Elektro-Zweisitzer sollen Umweltprobleme und Parkplatznot vergessen machen - sie fahren vollautomatisch und sind total vernetzt.
"Flucht ins 23. Jahrhundert" ist ein Klassiker des Science-Fiction Films. Die Menschen leben in einer perfekt durchregulierten Gesellschaft in großen Biosphären-Kuppeln. Wer von A nach B will, steigt nicht etwa ins Auto oder den Bus: Er lässt sich in einem zweisitzigen Mini-Fahrzeug nieder, das einzeln oder im Verbund mit anderen durch endlose Röhren geschickt wird. Die Mini-Shuttles fahren vollautomatisch. Keine sinnlose Umweltverschmutzung, keine Verschwendung von Transportkapazitäten - die perfekte Form der Fortbewegung.
General Motors und das Electric Networked-Vehicle (EN-V): Vorstufe zum autonom fahrenden "Auto" (© Foto: oh)
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An diesen Film wird man erinnert, wenn man die neuen Mobilitätsideen von General Motors betrachtet. Der GM EN-V, der auf der World Expo 2010 in Shanghai präsentiert wird, ist eine chinesisch-amerikanische Vision für das Jahr 2030 und hat mit einem Automobil nur noch wenig zu tun.
EN-V steht für Electric Networked-Vehicle. Das drollige Gefährt hat zwei Räder und zwei Sitzplätze, es fährt mit Elektromotoren und vollautomatisch - Lenkrad, Gas oder Bremse haben im Fahrzeug der Zukunft keinen Platz mehr. Inspiriert wurde der Einachser vom Konzeptfahrzeug P.U.M.A, das GM zusammen mit Segway entwickelte und im April 2009 präsentierte. Wie beim Segway wird der EV-N während der Fahrt dynamisch stabilisiert.
Der Clou des EN-V ist die intelligente Vernetzung. Per GPS-Verbindung wird das Elektro-Ei durch den Verkehr gelotst und kann auch mit anderen Fahrzeugen kommunizieren. Kameras und Sensoren haben die komplette Umgebung immer im Blick - wenn ein Fußgänger vors Auto läuft, bremst das EN-V sofort. Die Passagiere haben rund um die Uhr Internetverbindung und können während der Fahrt zur Arbeit gleich eine Videokonferenz abhalten. Mit einem Handheld lässt sich das EN-V auch von außen automatisch einparken.
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GM geht pleite. Der Staat übernimmt GM und GM beginnt ein Auto zu produzieren, das seine Umgebung einschließlich der Autoinsassen total überwacht und über die Internetverbindung auch die totale Überwachung durch den Staat gewährleistet.
Sensoren sollen Fußgänger erkennen und automatische Bremsmanöver einleiten. Vor ein paar Monaten ging ein Handynotruf durch die Medien. Die Bremsen eines Autos eines japanischen Herstellers hatten versagt und eine ganze Familie war sozusagen mit Liveschaltung über Handy in den Tod gerast. Was wird passieren, wenn das Bremsprogramm über Internetverbindung umprogrammiert wird und das Auto anstatt zu bremsen zu beschleunigen beginnt? Stephen King hat ein solches Auto mit Eigenleben in seinem Horrorroman Christine beschrieben.
Die Amerikaner haben bis heute 9 / 11 noch nicht richtig verarbeitet. Damals rasten Flugzeuge in das World Trade Center und in das Pentagon. Bei objektiver Betrachtung waren diese Flugzeuge ferngesteuert. Wie sicher werden die Straßen Amerikas aber werden, wenn Millionen von Fahrzeugen ferngesteuert werden können?
Diese Knallkisten errinnern mich total an das "eigenwillige" Jonny Cab aus dem Film Total Recall. Dort wurde das Vehikel schließlich auseinandergenommen, weil es nicht dorthin wollte, wo der Passagier hinwollte. Also ab auf den Mars mit solchen Selbstfahrlafetten.
Sehr geehrte Redaktion,
diese Vision findet ohne mich statt.
Ich werde zu diesem Zeitpunkt nicht mehr leben,
aber auch wenn, dann müssten diese Städte ohne mich auskommen.
Elektroantrieb ja, aber von mir gefahren und nicht durch
irgendwen kontrolliert. Es geht keinen was an,
wann ich fahre, wohin und mit wem ich fahre und womit.
Ende der Ansage.
Gibts in GMs Zukunftsvision keine Kinder mehr? Oder ist die Alleinerziehende Mutter dann schon der Normalfall?
Natuerlich darf GM auch in einer Zukunftsvision an einem auto-aehnlichen Gefaehrt festhalten-damit verdienen die ihr Geld. Aber sonst? Vielleicht funktioniert die Idee in ein paar Mega-Staedten wo 'endlose Tunnel' Platz haben (?)-in Berlin oder Paris funktionieren ja auch Kurzzeit-Fahrraeder zum Verleih-aber im Rest der Welt? Muss man bei dem System nicht Autos aus der City verbannen? Oder hat man alles (Fahrrad, Auto, OEPNV) parallel? Nette Spielerei, aber irgendwie nicht wirklich zukunftsfaehig. Ich bin oft in London und denke dann immer, wie man damals den Smart als die grosse Revolution in engen Staedten gesehen hat...hier sieht man zwar auch viele Busse, aber eigentlich immer Autos, Autos, Autos mit 1-2 Personen drin. Mit mehr politischem Willen koennte man bestehende Technik nutzen und Staedte lebensfreundlicher mobil halten-wenn man bloss nicht immer an diesem bloeden Auto festhalten wuerde...
Paging