Fliegen ist unbequem - welcher Economy-Passagier würde diesen Satz nicht unterschreiben. Nun will die Europäische Flugsicherheitsagentur EASA die Airlines verpflichten, die Abstände zwischen den Sitzreihen zu vergrößern.
Künftig soll es einen Mindestabstand zwischen den Sitzen in Flugzeugen geben. Das sagte Elisabeth Schöffmann, Sprecherin der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA), gegenüber Agenturen. Dieser Mindestabstand könne womöglich bereits 2008 verpflichtend werden.
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Das war noch ein entspanntes Reisen: die Sitze im Dornier-Flugboot Do X, 1930. (© Foto: Scherl)
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Passagiere werden im Schnitt größer und schwerer. Da sie zusätzlich auch immer mehr und immer länger fliegen, steigt laut Luftfahrtexperten die Thrombosegefahr. "Wir müssen darauf Rücksicht nehmen, dass sich die Menschen ändern und immer mehr Zeit im Flugzeug verbringen", sagte EASA-Sprecherin Elisabeth Schöffmann. Derzeit sei aber kein Mindestabstand für Flugzeugsitze vorgegeben.
Die Passagiere wachsen und brauchen mehr Raum
Die Behörde spricht nach eigenen Angaben bereits mit Herstellern über einen Mindestabstand, der bislang zumindest auf deutscher und europäischer Ebene nicht vorgeschrieben ist. Allerdings schreibt die geltende Bauverordnung den Herstellern lediglich vor, dass eine Maschine im Notfall innerhalb von 90 Sekunden evakuiert sein muss.
Die Fluggesellschaften können den Abstand also nicht unbegrenzt verringern. Ist die 90-Sekunden-Bedingung erfüllt, liegt es im Ermessen der Fluggesellschaft, wie groß der Abstand ist. Derzeit liegen die Abstände bei rund 69 Zentimetern und reichen bis zu fast zwei Metern.
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Natürlich ein wenig Denglisch hat noch keiner Star Alliance geschadet. Aber zum Punkt: die logische Konsequenz ist ein Anstieg der Ticketpreise, da die übliche Kalkulation einer "Fluggesellschaft" (= Airline) lautet:
Raum/maximale Anzahl an Passagieren, die im Raum in einer Klasse unterzubringen sind = mindestpreis für ein Ticket, je weniger Sitze beim Ticketkauf zur Verfügung stehen (Bedarf bestimmt Preistrend nach oben), desto mehr können wir draufschlagen.
Wenn also der Abstand vergrößert wird, was ich mir als groß gewachsener Vielflieger wünsche, zahen wir mehr... so ist das.
Wenn man, wie ich, über 185 cm gross sind, dann ist in der Tat die Frage, ob man überhaupt die Beine hinter dem Vordersitz unterbringen kann.
Es ist aber nicht nur der nominelle Abstand. Auch die Ausgestaltung der Rückenlehnen spielt eine große Rolle. Die darin untergebrachten Fächer für Kotztüten etc sind oftmals als Körperverletzung zu werten. 'Hervorragende' Drahtbügel und dicke Befestigungsnieten für Netze hinterlassen bleibende "Eindrücke" in den Kniescheiben grossgewachsener Reisender.
Die auf den Flügen gezeigten Videos mit gymnastischen übungen kann der Passagier der Economy-Klasse eigentlich nur als mutwillige Verarschung der Kunden empfinden. Wie soll man denn ein Bein anheben, wenn es zwischen zwei Rückenlehnen eingeklemmt ist? Oder die Notfall-Anweisungen: im Fall einer Notlandung den Kopf auf die Knie legen? Hallo? Wie soll das bei 79 cm Abstand gehen? Mein Körper misst von Sitzfläche bis Kopf 94 cm, und es gibt größere Männer als mich.
Warum also nicht einen Teil der Kabine mit größerem Abstand und einem prozentualen Aufpreis anbieten?
Es ist zum verzweifeln, das ganze Internet ist voll mit Diskussionen und Angaben von Fluglinien, immer ausschliesslich zum Thema Sitzabstand.
Aber wie sieht es mit der Lehnenneigung aus? Bisher habe ich erst einen Flugzeugtyp gefunden, wo man in der Economy-Klasse eine menschenwuerdige Lehnenneigung einstellen konnte, die zum schlafen geeignet war: Das waren die "alten" 747-400 von Thai Airways. Jetzt wird ein Airbus 340-600 eingesetzt mit mehr Sitzabstand, aber weniger Lehnenneigung!
In der Business-Klasse hat man ueber die Jahre bemerkt, dass der Mensch im liegen besser schlaeft und die Sitze sind immer flacher geworden. In der Economy gibt es stattdessen jetzt den Bildschirm im Vordersitz und der Mesch soll gefaelligst 13 Stunden wach bleiben?
Ich wuerde mir sehr wuenschen, dass diese Sitzauswaehler und-entscheider bei ihren Fluggesellschaften selbst einmal 13 Stunden sitzenderweise ihn den Economysitzen verbringen muessten. Dann wuerde die Lehnenneigung vielleicht auch 'mal ein Thema werden. Abgesehen davon ist mir schon auch klar, dass eine groessere Neigung dem schnellen aussteigen eher hinderlich ist.
Lieber Herr Günther Fischer,
macht es Ihnen eigentlich FREUDE, an der Demontage des Wortes "Fluglinie" mitzuwirken? Anders kann ich mir die Penetranz, mit der hier bei SZ "Airlines" gebraucht wird nicht erklären.