Ein Ferrari hat was Demokratisches: Er gehört nie nur dem, der ihn fährt oder parkt. Er gehört immer auch denen, die sich um ihn scharen, ihn fahren hören und sehen. Eine Ausfahrt.
Irgendwie ist alles wie immer, wenn man in einem Ferrari unterwegs ist. Der Motor brüllt, man wird ordentlich durchgeschüttelt, die wenig ansehnlichen Bedienelemente lassen einen bei einem Einstandspreis von 207.840 Euro den Kopf schütteln und die Umgebung huldigt dem Renner aus Maranello papstgleich - unabhängig von der Lackierung.
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Ferrari 430 Scuderia: ein Renner zu Besuch auf kurvigen Landstraßen (© Foto: Pressinform)
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Doch diesmal ist das Ganze noch schlimmer. Die Straßenversion des Tourenwagens 430 Scuderia ist in beißendem Gelb lackiert; zwei schwarze Streifen machen das Ganze für das ungeschützte Publikum zu einem Wespenangriff der schmerzhaften Art. Nicht auffallen geht mit diesem Boliden nicht, selbst wenn man sich in geschlossenen Ortschaften bemüht, die hohen Gangstufen vier und fünf nur im Notfall nach unten zu verlassen. Egal, was man auch tut - jedermann hört den Ferrari 430 Scuderia lange, bevor er ihn sieht. Und wenn er ihn sieht, ist er gleich schon wieder weg. Zumindest machen der 510 PS starke V8-Sauger, ein Spurtpotenzial von 0 auf 100 km/h in 3,6 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h alles möglich.
Selbst Sportwagen-Ignoranten dürften sich kaum für den vom Hersteller in Aussicht gestellten Durchschnittsverbrauch von 15,7 Litern pro 100 Kilometern interessieren. Niemand den 430er im Trainingsanzug im öffentlichen Straßenverkehr bewegen wollen - der Scuderia ist zu sehr echter Rennwagen. Allein die Straßenzulassung ermöglicht es, auch kurvigen Landstraßen in der Umgebung einen Besuch abzustatten.
Dass der 430 Scuderia auf der Straße an sich nichts zu suchen hat, sieht man spätestens am Innenraum. Verkleidungen, Teppiche und Annehmlichkeiten der komfortablen Art sucht man vergeblich. Türinnenseiten und Konsolen wurden aus Karbon in Handarbeit gefertigt. Die eigens für den Piloten angepassten Rennsitze sind das genaue Gegenteil eines weichen Volvo-Sofas. Trotz Vierpunkt-Gurten und hohen Seitenwangen geht es für einen puristischen Sportler jedoch durchaus noch bequem zu.
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einer (nennen wir ihn den "Machthaber") hat den "Fahrspaß" und das nötige Kleingeld für Benzin. Die anderen (nennen wir sie "das Volk") und vor allem deren Kinder dürfen auf einer etwas wärmeren Erde leben und netterweise dem einen beim Fahren zuschauen...
Weil einer gerne mindestens 16 Liter Sprit im Mix verbrauchen wollte um "sportlich" zu sein und seinen Freunden gerne zeigen wollte, dass er beim Ferrarihändler des Vertrauen als erster mit dem neuen Gefährt versorgt wurde. Wahrschinlich ist das dann auch ein Firmenwagen, den ganz demokratisch, die anderen aus ihren Abgaben mitfinanziert haben - und die schlappen 16 Liter auf 100 Kilometer zahlt die "Firma", damit auch der Nachwuchs damit zum Kindergarten gebracht werden kann.
Danke, Ferrari und Herr Grundhoff - wie viele Tankfüllungen durften Sie bis zur Fertigstellung des Artikels verfahren?
Was spricht gegen etwas mehr Basisdemokratie in diesem (Un-) Falle?