Dabei überzeugt das Mittelmotorcoupé gar nicht so sehr durch reine Leistung. Viel faszinierender ist die Geschmeidigkeit, mit der dieser Ferrari die Kraft auf die Straße bringt. Statt auf übertriebene Härte setzt der 458 auf längere Federwege, eine breiter gespreizte Dämpferkennung und auf die Möglichkeit, die Fahrwerksabstimmung von der Fahrdynamikregelung zu entkoppeln. Damit legt der Wagen auf schlechten Straßen eine Souveränität an den Tag, die selbst in diesem elitären Segment ziemlich einmalig ist. Hohes Lob verdient auch die Verzögerung, die den Italia aus 100 km/h nach nur 32,5 Meter zum Stehen kommen lässt. Die vier Keramikscheiben sind immun gegen hohe Belastung, packen schon im kalten Zustand spontan zu und arbeiten mit konstantem Kraft-mal-Weg-Aufwand. Ebenfalls beeindruckend ist die aerodynamische Stabilität.

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Jeder neue Ferrari ist ein Ereignis, doch der Italia verschiebt in vielerlei Hinsicht die Messlatte nach oben. Durch die heckbetonte Gewichtsverteilung (52 zu 58 Prozent), die jetzt in einem einzigen Modul integrierte Fahrdynamiksoftware, das verbesserte Sperrdifferential, die neue Radaufhängung und den noch talentierteren Motor-Getriebe-Verbund schafft es der 458 zum Beispiel, um bis zu 32 Prozent schneller aus Kurven heraus zu beschleunigen als der nicht gerade phlegmatische F430. Klar - der aktuellste 911 Turbo braucht deutlich weniger, der SLS wirkt bulliger und cremiger, der Lexus LFA ist noch exklusiver, der Nissan GT-R kostet nicht einmal die Hälfte.

Doch in der Summe seiner Eigenschaften ist das neue Gesamtkunstwerk aus der Emilia Romagna kaum zu übertreffen. Das weiß auch die Fangemeinde, die trotz des Einstandspreises von 194.000 Euro längst Schlange steht. Wer heute bestellt, wird frühestens im Herbst 2011 bedient.

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(SZ vom 23.11.2009/gf)