Heute tritt bundesweit die Kennzeichnungsverordnung gegen Feinstaub in Kraft. Und was heißt das jetzt?
Es ist einige Zeit her, da war die Aufregung groß: Feinstaub! Dann wurde es still ums Thema. Jetzt kommen die Gesetze dazu. Die Feinstaub-Verordnung soll die Grundlage für Fahrverbote bilden, die in zahlreichen Städten für Altfahrzeuge geplant sind. In diesen besonders gekennzeichneten Umweltzonen dürfen dann nur noch Fahrzeuge fahren, die ein entsprechendes Pickerl an der Windschutzscheibe haben.
Noch ist es nicht soweit: Die meisten Umweltzonen kommen erst ab 2008 (© Foto: dpa)
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Das heißt: Nach der Verordnung werden künftig Autos, Lastwagen und Busse je nach Höhe ihrer Emissionen in Schadstoffgruppen eingeteilt. Die Pickerl haben Ampelfarben: rot (für echte Stinker), gelb (geht grad noch) und grün (sauber). Alte Diesel-Fahrzeuge, Benziner ohne Katalysator und auch Autos mit einem geregelten Kat der ersten Generation gehören der Schadstoffgruppe 1 an, die ohne Nachrüstung keine Plakette erhalten und somit nicht in Umweltzonen fahren dürfen. Bundesweit fallen einige Millionen Fahrzeuge in diese Gruppe. Ausgenommen von dieser Verordnung sind laut Auto Club Europa (ACE) Mofas, Motorräder, Motorroller und Krankenwagen.
Doch konkret ist so schnell nichts überhaupt zu befürchten: Keine einzige Kommune hat bisher eine korrekt ausgeschilderte Umweltzone. In den meisten Städten wird erst noch diskutiert. Einzig Stuttgart will bis zum 1. Juli 2007 schon so weit sein, Berlin und Frankfurt zum 1. Januar 2008. Städte wie München, Hannover, Essen, Düsseldorf, Karlsruhe, Nürnberg und andere folgen noch später.
Vorreiter Stuttgart
Immerhin: In Stuttgart können Autofahrer ab heute in Bürgerbüros, KfZ-Zulassungsstellen oder Autowerkstätten Plaketten erwerben - zum Preis von sechs Euro. Nach Angaben der Stadtverwaltung müssen bis zum Start des Fahrverbots, das im gesamten Stadtgebiet gelten soll, allein für die in Stuttgart zugelassenen Kraftfahrzeuge - also ohne Pendler und Touristen - bis zu 300 000 Plaketten ausgegeben werden. Auch in den baden-württembergischen Städten Leonberg, Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd und Ilsfeld läuft der Countdown. Hier heißt es ebenfalls ab 1. Juli: Ohne Plakette keine "Einreise".
Generell werden die Plaketten in Zukunft von allen Zulassungsstellen und von allen Instituten, die Abgasuntersuchungen (AU) durchführen dürfen und von der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) verkauft. Die Kosten betragen je nach Region zwischen fünf und zehn Euro.
Der ADAC sieht in den geplanten Fahrverboten kein geeignetes Mittel zur Feinstaub-Bekämpfung. Fahrverbote seien "unangemessen" und "nicht verhältnismäßig, sagt der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Erhard Oehm. Umweltzonen könnten die Feinstaubkonzentration nicht nennenswert verringern, da nur neun Prozent der Belastung von Pkw stamme, rechnet er vor. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat dagegen 2006 den Anteil des Straßenverkehrs an der Feinstaubbelastung auf etwa ein Drittel beziffert.
(sueddeutsche.de/ddp)
Umweltstiftung WWF in der Kritik
Wie der Begriff schon sagt, Feinstaub! er kommt am wenigsten von den Benzinmotoren, haben Sie schon mal die Laubblaser gesehen? Oder Abbrucharbeiten beobachtet? Auch die Blütezeit der Pflanzen ruft viel Staub (Blütenstaub) hervor! Diesen sollte man auch berücksichtigen. Nur wird Feinstaub lediglich in Gramm gemessen, und nicht nach Inhalten.
Viel Wirbel um wenig beeinflussbare Faktoren.
Ich bin wirklich nicht zur Fraktion der Schnellfahrer zu zählen, aber da scheint mir, es wird nur geschossen, weil es publikumswirksam ist. Natürlich sollten Dieselfahrzeuge mit Filter ausgestattet sein.
Da haben wieder langsam denkende Beamtenhirne einiges nicht erfassen können, aber schon mal angefangen, Macht auszuüben - immer wieder das selbe, Mittelalter lässt grüssen.
Ich fahre nach München und dann beginnt eine Zone. Wohin jetzt mit dem Fahrzeug? Ich steige ja gerne um auf Öffentliche. Wohin mit dem Fahrzeug, hallo, Herr Beamter, bitte jetzt keine vorgefertigte Antwort nach dem Schema ja-nein. Und wenn ich am Ostbahnhof nicht einen geheimen Parkplatz wüsste, wäre es mir nicht möglich, auf die Öffentlichen von drot umzusteigen. Park and Ride ist schon lange aus dem Bewusstsein der Planer gestrichen - ausser an Grossveranstaltungsplätzen wie Stadien. Aber Fordern ist immer möglich, am besten, wenn die Kassen klingeln.
Und nu?
Und was ist mit Autos, die im Ausland angemeldet sind? Müssen die etwa auch 'ne Plakette kaufen?