Fahrräder aus alten Autos Das Beste kommt zum Schluss

Bicycleds: Fahrräder aus Teilen von Autowracks.

(Foto: Lola Hace)

Fahrrad gut, Auto schlecht: Selbst der überzeugteste Radfahrer kann sich von diesem Gedanken verabschieden. Denn spanische Tüftler bauen jetzt Fahrräder aus Autowracks, sogenannte Bicycleds. Nun haben sie erstmals ihre Arbeit gezeigt.

Nach durchschnittlich knapp 15 Jahren hat ein Auto sein Leben im Straßenverkehr hinter sich - sein erstes auf jeden Fall. Dank modernem Recycling werden inzwischen viele Stoffe wieder- und weiterverwertet. Ein Projekt aus der spanischen Hauptstadt Madrid sorgt nun dafür, dass alte Autos auf der Straße bleiben - als Fahrräder, sogenannte Bicycleds.

Der Gedanke stammt von einer Werbeagentur. Die Kreativen radeln fast alle täglich durch das Verkehrchaos der spanischen Hauptstadt. Die Abertausenden von Autos, denen sie täglich begegnen, sollten nach deren Lebenszyklus etwas Sinnvolles werden, so der Gedanke. Mangels fundierter Schrauberkenntnisse trugen sie ihre Idee zu kleinen Fahrradwerkstätten - und ausreichend Material vom Schrottplatz gleich hinterher. So begannen die Schrauber ihre Arbeit. Nach einem Monat stand der Prototyp eines Fahrrads für die Stadt. Ein Video zeigt das Ergebnis.

Jedes Fahrrad ist ein Unikat, denn für jedes Exemplar werden willkürlich alte Teile verschiedener Autos verwendet. Der Fahrradsattel stammt von ehemaligen Ledersitzen, ein alter Zahnriemen dient als Kette und ein ehemaliger Blinker wird zur Fahrradlampe. Die Fertigung soll bewusst nicht im großen Stil erfolgen, sondern lokal bei kleinen Werkstätten.

Die Räder sind individuell und sollen Umweltbewusstsein demonstrieren. Das scheint anzukommen. Der Projektverantwortliche Francisco Cassis sagte Spiegel Online, dass nach Veröffentlichung des Videos schon 1500 Anfragen eingegangen seien. Damit hätten die Tüftler nicht gerechnet. Sie würden nun mit Hochdruck an der Weiterentwicklung der Räder arbeiten: Vor allem Modelle aus Teilen von Spritschluckern schweben Cassis vor. Die würden damit dann wenigstens nach ihrem Ableben etwas Gutes tun.