Fahrradschloss-Test Die meisten Fahrradschlösser sind "mangelhaft"

Das perfekte Schloss (leicht, sicher und flexibel) gibt es offenbar nicht.

(Foto: picture alliance / dpa)
  • In einer Untersuchung der Stiftung Warentest sind neun von 20 Modellen mit "mangelhaft" durchgefallen.
  • Nur fünf der getesteten Schlösser schnitten im Test mit "gut" ab, vier davon sind Bügelschlösser.
  • Die Tester empfehlen, ein Bügelschloss mit einem zweiten anderer Bauart zu kombinieren.

Ein Fahrradschloss soll sicher und einfach zu handhaben sein. Doch viele Schlösser taugen nichts: In einer Untersuchung der Stiftung Warentest sind neun von 20 Modellen mit der Bewertung "mangelhaft" durchgefallen. Fünf Schlösser sind "befriedigend" und eines "ausreichend".

Dabei ist in puncto Aufbruchsicherheit mit neun Modellen fast die Hälfte mindestens "gut". Dass sie insgesamt trotzdem so schlecht abschneiden, liegt daran, dass sie ein Schadstoffproblem haben: Sieben Schlösser wiesen in Teilen wie Griffen und Ummantelungen problematische Stoffe in kritischen Mengen auf. Dazu gehören polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die den Angaben zufolge zum Teil als krebserregend gelten. Hinzu kämen Weichmacher. Obwohl die Aufbruchsicherheit mit 70 Prozent in das Gesamturteil einfließt, haben die Tester Schlösser, die bei den Schadstoffen "mangelhaft" sind, ungeachtet der anderen Wertungskriterien wie Handhabung und Haltbarkeit, insgesamt so niedrig bewertet.

Die meisten "gut" bewerteten Modelle sind Bügelschlösser

Nur fünf der etwa 20 bis 160 Euro teuren Schlösser schnitten im Test mit "gut" ab, vier davon sind Bügelschlösser:

  • 1. Platz: das Bügelschloss "Trelock BS 650" für circa 73 Euro
  • 2. Platz: das Bügelschloss "Kryptonite Evolution 4 LS" für 85 Euro
  • 3. Platz: das Bügelschloss "Decathlon BTwin 920" für 30 Euro
  • 4. Platz: das Bügelschloss "Abus Granit Plus 640/135HB2 30 TexKF" für 97 Euro
  • 5. Platz: das Kettenschloss "Abus Granit City-Chain X Plus 1060" für 160 Euro

Somit wurde nur ein Kettenschloss insgesamt mit "gut" bewertet. Die Kettenmodule der fünf über zwei Kilogramm schweren Kettenschlösser sind robust. Nur ein Modell hat an einer anderen Stelle einen Schwachpunkt. Alle anderen zeigen sich bei der Aufbruchsicherheit gut bis sehr gut. Allerdings haben die Tester nur in einem Kettenschloss keine Schadstoffe gefunden. Drei sind daher insgesamt "mangelhaft".

Bügelschlösser gelten in der Regel als stabil, sind aber unflexibel. Die Tester empfehlen deshalb, ein Bügelschloss mit einem zweiten anderer Bauart zu kombinieren. Das erschwere auch Dieben die Arbeit, die auf eine Art spezialisiert sind.

Faltschlösser lassen sich zwar kompakt zusammenklappen, zeigten sich im Test aber nicht robust. Vier von fünf waren "mangelhaft" in der Aufbruchsicherheit. Zwei weisen auch zu hohe Schadstoffmengen auf. Vier bekommen insgesamt "mangelhaft", und eines ist "befriedigend". Für diejenigen Fahrradfahrer, die dennoch ein Faltschloss benutzen möchten, empfiehlt die Stiftung Warentest das "Abus Bordo Granit X Plus 6500", das bei einem Vergleich von 2015 mit "gut" abschnitt und für etwa 130 Euro immer noch im Handel sei.

Bei den recht stabilen Panzerkabelschlössern liegt das "Granit Steel-O-Flex X Plus 1025" mit "befriedigend" vorn. Zwei weitere schneiden ebenfalls so ab. Bis auf eines sind alle bei der Aufbruchsicherheit passabel. Aber auch hier zeigen zwei Modelle schlechte Schadstoffwerte auf, eines davon ist "mangelhaft".

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