Fahrbericht: Seat Altea XL Gier nach Platz

Der Seat Altea hat sich eine Menge Speck angefuttert. Die XL-Version des schwungvollen spanischen Multi Sport Vehicle bietet nun mehr Platz, mehr Komfort und mehr Optionen. Noch was?

Von Von Sebastian Viehmann

Es ist nicht lange her, da hat ein amerikanischer Filmemacher mit dem Streifen "Supersize Me" den Fast-Food-Wahn angeprangert. So manchem kann es bei der Nahrungsaufnahme nun mal gar nicht "extra large" genug sein. Auch Autohersteller schwimmen zur Zeit auf der Supersize-Welle. Ob Renault Grand Scénic XXL oder Seat Altea XL - knappe Platzverhältnisse sind out, Übergrößen in.

Seat Altea Fahrbericht: Seat Altea XL

Der XL ist knapp 19 Zentimeter länger als der normale Altea.

(Foto: Foto: Seat)

"Think big" lautet denn auch der Marketing-Spruch für den Altea XL. Der Preis kann nicht gemeint sein: Das Mehr zum normalen Altea beträgt nur 800 Euro. Ein Ersatz für den Alhambra ist der Mini-Van allerdings nicht.

Die im Vergleich zum normalen Altea um knapp 19 Zentimeter gestreckte Karosserie kommt vor allen den Fond-Passagieren zugute. Die Rücksitze lassen sich um 14 Zentimeter nach vorn und hinten verschieben, was zusätzliche Beinfreiheit schafft. Das Gepäckraumvolumen kletterte im Vergleich um 120 Liter auf 532 Liter, wobei leider wieder einmal die hohe Kofferraumkante das Beladen erschwert. Bei umgelegten Rücksitzen stehen 1604 Liter zur Verfügung.

Wieviel in welchem?

Zum Vergleich: Der Opel Zafira bringt es mit fünf Sitzen auf 654 Liter, der Renault Scénic auf 431 Liter. Als Grand Scénic XXL schluckt der Franzose sogar 681 Liter und bei umgelegten Sitzen 1960 Liter.

In Sachen Fassungsvermögen spielt der Altea XL also immer noch nicht ganz oben mit. Das liegt unter anderem an den Rücksitzen, die sich nur umklappen und nicht komplett versenken lassen. So entsteht auch keine ebene Ladefläche.

Das hat indes für erwachsene Fondpassagiere einen entscheidenden Vorteil: Auf langen Strecken sitzt es sich im Altea XL angenehmer als etwa im Scénic mit seinem flachen Fußraum, bei dem Erwachsene mit leicht angewinkelten Beinen reisen müssen. Bequem ist auch die große Mittelarmlehne des Seat, die man herunterklappen kann, wenn nur zwei Passagiere im Fond reisen. Alternativ dient sie als Gepäckdurchreiche, etwa für Skier.

Bei der Innenausstattung bietet der XL ansonsten wenig Neues. Praktisch sind die Klapptischchen hinter den Vordersitzen. In Sachen Ablagen zeigen sich die Spanier allerdings weniger fantasievoll als die Konkurrenz. Hier bleibt der Renault Scénic mit seinen Riesen-Staufächern, Fußraum-Verschlägen und Schubladen unter den Sitzen ungeschlagen.

Vielfalt beim Vortrieb

Das Cockpit des Spaniers ist unverändert schick und gut verarbeitet, die Sitze bieten akzeptablen Seitenhalt. Die Bedienung geht leicht von der Hand. Weniger erfreulich ist die schlechte Übersichtlichkeit. Vor allem vorn kann man nur erahnen, wo wohl die Motorhaube aufhören und die Wand des Parkhauses anfangen mag. Die extrabreiten A-Säulen führen zudem bei engen Kurven und Serpentinen-Fahrten dazu, dass man immer rechts oder links an der Säule vorbeiblicken muss.

"Think big" lautet Seats Motto auch bei der Motorenauswahl. Von zahmen 102 bis zu satten 170 PS reicht die Palette - womit der XL die gleichen Motoren bekommt wie der normale Altea. Zur Auswahl stehen zwei Benziner (1.6 mit 102 PS und 2.0 FSI mit 150 PS), außerdem wird der neue 1.8 TFSI mit 160 PS von Januar an angeboten. Im Diesel-Stall stehen der 1.9 TDI (105 PS), der 2.0 TDI (140 PS) und der 2.0 TDI mit 170 PS, der auch den Altea FR antreibt. Übrigens bietet Seat nur für dieses Aggregat serienmäßig einen Partikelfilter an.