Fahrbericht: Seat Altea freetrack Cross und quer

Während VW aus Polo, Golf und Touran allein mit breiten Planken an den Seiten und ein wenig mehr Bodenfreiheit eine Cross-Version zusammenbastelt, gibt Seat sich mehr Mühe: Der Altea freetrack hat echten Allradantrieb.

Von Von Jürgen Wolff

Die Basis ist unverkennbar: Das ist ein aufgerüsteter Altea XL. Zwar sieht Seats Serien-Crossover nicht ganz so urig aus wie noch die Studie auf den Automessen in Genf und Leipzig, hat es das rustikale Reserverad außen an der Heckklappe genauso wenig in die Serie geschafft wie die dicken Reifen oder die edle mattweiße Farbe. Aber dass man mit diesem Seat mehr machen kann, als Sonntags morgens nur die Brötchen holen, das ist klar: Als Mix aus schickem Familienvan, Reiselimousine, Stadtauto und Offroader wollen sie ihn verstanden wissen - ein Crossover eben.

Seat Altea freetrack

Keine Mogelpackung: Der freetrack lässt sich von Schlamm und Schotter nicht beeindrucken.

(Foto: Foto: Pressinform)

Mehr als nur ein Abenteuerspielzeug für die Vorstadt

Auf den ersten Blick sind die Spanier mit dem freetrack dem Rezept treu geblieben, mit dem Volkswagen schon Polo, Golf und Touran neu abgeschmeckt hat und unter dem Label "Cross" verkauft: Man klatsche links und rechts an ein gängiges Modell noch breite Kunststoffplanken dran, dazu vorne und hinten auffällige Schürzen und stecke breite Reifen in noch breitere Radkästen an ein höher gelegtes Fahrwerk. Dann noch zwei Handläufe aufs Dach - fertig ist das Abenteuerspielzeug für die Vorstadt. Der weiter nur frontgetriebene "Cross"-XYZ ist zwar nicht geländetauglicher als schon die Grundversion - aber er sieht so aus. Der Schein bestimmt das Bewusstsein.

Doch beim freetrack ist das nicht ganz so platt: Mit seinem Vierradantrieb ist er tatsächlich tauglich fürs Gelände - zumindest in seiner gemäßigten Form als Feldweg oder Schotterpiste. Und als erster Seat überhaupt. Zum Antrieb kommen die üblichen Zutaten wie schwarze, breite Seitenschweller, wuchtigere Stoßfänger an Front und Heck oder 40 Zentimeter mehr Bodenfreiheit. Doch da man auch bei Seat weiß, dass der Ausritt ins Gelände mit dem freetrack eher die Ausnahme bleiben wird, hat man ihn vorrangig für den asphaltierten Großstadtdschungel optimiert.