Von Von Stefan Grundhoff

Man sieht es ihr nicht an: Aber die zweite Mini-Generation ist ein komplett neues Auto. Besonders Motor und Fahrwerk haben deutlich gewonnen.

Man kann den Mini-Leuten nichts vorwerfen: Die alles andere als überzeugenden Motoren aus dem Hause Chrysler waren das größte Manko des Vorgängers. Sie wurden nun verbannt, und bei dem ohnehin exzellenten Fahrwerk hat man nochmals deutlich nachgebessert. Den Mini in den Grenzbereich bringen, dazu muss man es jetzt schon kräftig fliegen lassen.

Der Fronttriebler fährt sich nun nochmals eine Spur straffer, nervt seine Insassen jedoch nicht mit rüdem Gepoltere. (© Foto: Mini / BMW)

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Über die verblüffende optische Ähnlichkeit zwischen altem und neuem Modell wird seit Monaten diskutiert. Fest steht, dass Otto-Normal-Fahrer die optischen Unterschiede kaum feststellen wird. Wegen modifizierter Überhänge ist der neue Mini um sechs Zentimeter gewachsen. Besonders vorn war das Plus nötig, weil nicht nur die neuen Motoren höher bauen, sondern auch beim Fußgängerschutz nachgebessert werden musste.

Das BMW-Designteam rund um Marcus Syring hat den Mini der zweiten Generation mit zarter Federführung auf Linie gebracht. Andere Schürzen, neue Scheinwerfer und ein bauchigeres Hinterteil - viel mehr ist von außen nicht auszumachen. Die Fahrer eines alten Mini dürfte das ebenso freuen wie die Gebrauchtwagenhändler. Denn optisch steht man mit dem Vorgänger genauso hübsch da.

Unsichtbare Neuerungen

"Eigentlich ist beim neuen Mini alles neu", widerspricht BMW-Vorstand Burkhard Göschel aber dem Anschein. "Zudem haben wir seine Stärken nachgeschärft."

Das sind keine Marketing-Parolen. Die Überarbeitungen am neuen Kleinen aus dem englischen Oxford sind eindrucksvoll. Am deutlichsten lässt sich der Unterschied bei den Aggregaten spüren. Die neue Motorengeneration wurde zusammen mit Peugeot entwickelt, wo man die 1,4 und 1,6 Liter großen Vierzylinder mit und ohne Turboaufladung in Modellen wie Peugeot 207 und 307 unterbringt.

Bis zu einer im nächsten Jahr folgenden M-Works-Variante ist der Mini Cooper S das Flaggschiff im Hause BMW/Mini. Der Vierzylinder mit Direkteinspritzung und Turboaufladung leistet mit 128 kW/175 PS zwar nominell nur wenig mehr als der Vorgänger. Doch der Vortrieb des neuen Cooper S lässt sich auf der Straße kaum wiedererkennen. Das 1,6 Liter große Aluminiumaggregat hängt so willig und bissig am Gas, dass es eine wahre Freude ist, den Kurzen über kurvige Pisten zu treiben. Null auf 100 km/h in rund sieben Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h fahren sich mindestens so eindrucksvoll wie sie sich lesen.

Mehr ist auch weniger

Bereits ab 1600 Umdrehungen stehen 240 Nm Drehmoment zur Verfügung. Mit Boost-Funktion sind es kurzzeitig noch einmal 20 Nm mehr, die im Grenzbereich durchaus spürbar am Steuer zucken. Doch im Vergleich zu seinem Vorgänger liegt das maximale Drehmoment stetig bis 5000 Touren an. Untertourig oder hochtourig - beides ist mit dem rund 1,1 Tonnen schweren Mini nun drin.

Zu allem Überfluss spendierten die BMW-Ingenieure dem Mini-Triebwerk nicht nur mehr Leistungspotenzial, sondern auch einen um knapp 20 Prozent gesunkenen Kraftstoffverbrauch. Durchschnittlich soll sich der deutsche Brite mit 6,9 Litern Super auf 100 Kilometern zufrieden geben. Auch wenn es in der Realität eher acht Liter sein dürften: Man kann trotzdem zufrieden sein.

Deutlich besser auf das Triebwerk abgestimmt als vordem zeigt sich das leichtgängige Sechsgang-Getriebe aus dem Hause Getrac, das einen wesentlichen Anteil am Fahrspaß hat. Nur für ganz sportliche Piloten dürfte es noch eine Spur knackiger abgestimmt sein.

Neben dem drehfreudigen Vierzylinder-Motor ist eben das Fahrwerk das Sahnestück des neuen Mini. Bereits mit dem alten konnte man im Gokart-Tempo um die Ecken zischen. Der Fronttriebler fährt sich nun nochmals eine Spur straffer, nervt seine Insassen jedoch nicht mit rüdem Gepoltere. In Kurven kann man daher ambitioniert auf dem Gas bleiben und den niedrigen Schwerpunkt genießen. Die elektromechanische Lenkung ist sehr präzise und verbraucht auf 100 Kilometer rund 0,1 Liter weniger Kraftstoff als vorher.

Nur beim Thema Sicherheit schwächelt der Mini. ABS, Bremsassistent und sechs Airbags sind zwar Serie. Kaum zu glauben ist indes, dass sich BMW bei einem Edel-Kleinwagen für um die 20.000 Euro Selbstverständlichkeiten wie ein ESP noch als Extra bezahlen lässt.

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