Die begehrte Mini-Familie wächst ständig: Die sportlichste Mini-Version, der Cooper S, ist entsprechend auch als Oben-ohne-Version zu bekommen.
Die sportlichste Mini-Version, der Cooper S: 170 PS, mehr als 215 km/h schnell, und das alles bei Bedarf auch ohne Dach über dem Kopf. Das macht so richtig Spaß.
Anzeige
Alle, die ein bisschen mehr wollen, haben auf das offene Topmodell Cooper S gewartet. Schließlich gehören die beiden Varianten Mini One und Cooper mit 90 bzw. 115 PS nicht in die allervorderste Riege der Sportskanonen.
Druck macht mehr Druck
Angesichts des beachtlichen Leergewichts von 1,3 Tonnen kann das Mini-Cabrio die "drückende" Kompressoraufladung gut vertragen. So holt der Vierzylinder aus 1,6 Litern Hubraum kraftvoll surrende 125 kW / 170 PS.
Der Motor ist deutlich drehfreudiger als der des 115 PS starken Cooper; gerade bei höheren Drehzahlen gibt es einen Spaßbonus. Es steht bei 4000 U/min das maximale Drehmoment von 220 Nm zur Verfügung. 0 auf 100 km/h in 7,4 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h können sich für den quirligen Kurvenräuber ebenfalls sehen lassen. Trotz der deutlich gesteigerten Fahrleistungen verspricht BMW einen Durchschnittsverbrauch von weniger als neun Litern auf 100 Kilometer.
Optisch unterscheidet sich der Mini Cooper S Cabrio nur durch Marginalien von seinen schwächeren Brüdern. Obligatorisch ist die Lufthutze in der Motorhaube, die den Kompressor beatmet.
Ansonsten gibt es serienmäßig 16-Zoll-Alufelgen. Wer gerne in Sachen Kurvenhatz auf Landstraßen unterwegs ist, sollte jedoch gleich die optionalen 17-Zöller ordern. So kommt die Kraft besser auf den Boden.
Starke Sache
Wie auch bei seinen schwächeren Brüdern ist das Fahrverhalten die stärkste Seite des 3,63 Meter langen Cooper S. Die Karosserie liegt satt und steif auf der Straße und ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Winkelige Kehren und lang gezogene Kurven - erst mit dem Cooper S macht der Mini richtig Spaß.
Sportlich, aber nicht zu hart präsentiert sich die Feder-Dämpfer-Abstimmung. Die Lenkung ist präzise und sorgt ebenso für einen hohen Vergnügungsfaktor wie das knackige Sechsgang-Getriebe.
Bereits mit geschlossenem Dach hat der Brite mit deutschen Wurzeln Suchtpotenzial, doch ohne Mütze und mit der Sonne auf der Stirn kann man gar nicht genug bekommen. Den vorderen Teil des vollelektrischen Dachs kann man sogar wie ein Schiebedach öffnen.
Eingeschränkte Ästhetik
15 Sekunden länger auf den Schalter gedrückt, und das Verdeck verschwindet - leider etwas ausladend - hinter dem unansehnlichen Überrollgestell hinterhalb der Rückbank. Hier gibt es beileibe schönere Lösungen, denn die Silhouette des offenen Mini Cooper S wird durch das Hirschgeweih schon empfindlich gestört.
Der sportlichste aller Minis präsentiert sich nominell als Viersitzer. Doch die Rücksitze können allenfalls von Kindern belegt werden. Vom Kofferraum darf man keine Wunder erwarten. Immerhin kann die umklappbare Rückbank für sperrige Taschen oder Koffer genutzt werden. Statt 120 Liter stehen dann 605 Liter zur Verfügung. Praktisch: Die Heckklappe öffnet sich nach unten.
Der Innenraum zeigt sich im bekannten Mini-Look. Die Sitze passen gut, lassen sich jedoch nur umständlich verstellen. Zudem wirken die Kunststoffe im Innenraum des Cooper S nicht gerade hochwertig.
Teure Angelegenheit
Immerhin kostet die Spaßversion 24.000 Euro. Dafür gibt es ein vollelektrisches Dach, Alufelgen mit Runflat-Reifen, Einparkhilfe und Teilledersitze. Unverständlich ist nun wirklich, dass eine Klimaautomatik, ein höhenverstellbarer Beifahrersitz und vor allem das elektronische Stabilitätsprogramm DSC Aufpreis kosten.
So ist es mit sinnvollen Extras wie Lederausstattung, Xenonlicht, Sound- und Navigationssystem kein Problem, den Preis des Mini Cooper S Cabrio in Richtung 30.000 Euro zu pressen. Spaß hat leider seinen Preis.
(sueddeutsche.de; Stefan Grundhoff/press-inform)