Retrospektive
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Der ganze Innenraum kann uns indes nicht begeistern. Leder ja, aber die Anordnung der Schalter und Instrumente erinnert uns an die späten 80er Jahren. Premium - wo? Die Mittelkonsole mit dem winzigen Hebel für das Cambiocorsa-Getriebe ist überladen und ebenfalls rund 20 Jahre zu spät dran. Doch kaum einen Maserati-Fahrer dürfte das stören.
Das Getriebe stammt aus dem Motorsport. Es will bei hohen Drehzahlen gefordert werden und den Spieltrieb des Piloten an den V8 weiterzugeben. Die sechs Gänge werden über mächtige Paddel am Steuer bedient. Kraftvoll versetzt es den Insassen jedesmal einen Stoß ins Kreuz, wenn die nächste Schaltstufe nach Arbeit lechzt.
Ausbrecher
Der 1,6 Tonnen schwere Hecktriebler fährt sich auf den ersten Metern leicht, fordert gerade auf kurvigen Landstraßen vom Fahrer jedoch einiges. Wellige Fahrbahnen und schwer einsehbare Kurven, die immer enger werden: Durch seinen kurzen Radstand ist das Heck besonders bissig und die knapp 400 Pferde, die an der Hinterachse trommeln, erfordern einen geübten Fahrer. Sonst dreht sich der Hintern des 4,30 Meter kurzen Renners gern in den Wind - und das verdammt schnell.
Wer sich an das bissige Fahrverhalten gewöhnt hat, wird allerdings jeden Meter lieben - jedoch den Respekt nie verlieren. Ein Vollblutsportler, der uns gerade bei geöffnetem Dach träumen lässt. Über den ein oder anderen Makel an Innenraum und dem Stoffdach sieht man gerne hinweg.
Nicht jedoch über die nackte Serienausstattung. Trotz 98.800 Euro Basispreis für den Spyder Combiocorsa müssen selbst Navigationssystem, Sitzheizung oder ein abblendbarer Innenspiegel (!) extra geordert werden.
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(sueddeutsche.de/Pressinform)