Von Von Sebastian Viehmann

Remakes sind selten besser als das Original. Der neue Fiat Bravo ist aber kein trüber Aufguss aus den späten 90ern: Mit schicker Karosserie, guten Motoren und fairen Preisen bläst er frischen Wind in die Golf-Klasse.

"Wiederholungen gefallen nicht", hieß es schon bei den ollen Römern. "Da pfeifen wir drauf", heißt es jetzt bei ihren Nachfahren. Fiat hat in nur 18 Monaten Entwicklungsarbeit den Nachfolger des unbeliebten Stilo auf die Räder gestellt. Und der heißt wieder so wie der Vor-Vorgänger, der von 1995 bis 2001 vom Band lief: Bravo.

Fiat Bravo

Wie so oft bei italienischen Autoherstellern: Das Design macht's. (© Foto: Pressinform)

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Genau genommen galt das nur für die dreitürige Variante. Der Fünftürer hieß damals Brava. Der Bravo von heute dagegen wird nur als Fünftürer angeboten. Er wurde komplett am Computer entwickelt, ist aber auf der Plattform des Stilo aufgebaut und hat mit 2,6 Metern auch den gleichen Radstand. Die dynamische und sehr elegante Karosserie kaschiert geschickt, dass sich der Bravo Speck angefuttert hat. Mit 4,34 Metern ist er sogar noch ein Stückchen länger als der Golf.

Auch in Höhe und Breite hat der Bravo einen Hauch mehr zu bieten als der Wolfsburger Klassensprecher. Das kommt vor allem Fahrer und Beifahrer zugute. Im Fond zwackt es dagegen ein wenig an den Knien, wenn große Passagiere Platz nehmen. Dafür profitiert der Laderaum vom Größenzuwachs: 400 Liter passen ins Heck - vorausgesetzt, man hat das mittlerweile übliche Tirefit-Kit (Set mit Kompressor und Dichtungsmittel) anstelle eines vollwertigen Ersatzrades an Bord.

Außen gelungen, innen besser als früher

Klappt man die Rücksitze um, steigt das Fassungsvermögen auf 1175 Liter. Beim Zurückklappen muss man allerdings die Gurtschlösser erst wieder an ihren Platz friemeln. Wirklich störend ist nur die hohe und schmale Ladekante des Bravo-Kofferraums.

Sehr gelungen ist das Cockpit. Das Armaturenbrett schlägt einen sanften Bogen um den Fahrer herum. Die Materialien und Oberflächen wirken solide und fassen sich gut an, die Bedienung geht leicht von der Hand. Ein Bravo-Schriftzug über dem Handschuhfach zeigt, wie stolz Fiat auf sein neues Baby ist. Tacho und Drehzahlmesser sitzen in tiefen Höhlen. Das sieht zwar schick und irgendwie klassisch aus - die Uhren lassen sich aber nicht immer optimal ablesen.

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