Von Von Stefan Grundhoff

BMW hat beim neuen X5 ganze Arbeit geleistet. Grandiose Motoren, sensationelle Fahrwerke und eindrucksvolle Verbesserungen im Innenraum - doch Umwelt schonendes "Efficient Dynamics" liegt nach wie vor in weiter Ferne.

Auf der IAA im vergangenen Herbst hatte Vorstandschef Panke noch Lust auf mehr Technik gemacht. Alternative Antriebe würden im Hause BMW nur Hand in Hand mit Fahrspaß gehen. Der Versuchsträger eines BMW X3 stand im Hintergrund und lockte mit technischen Leckerbissen wie Bremsenergie-Rückgewinnung und einem Start-Stopp-System der neuesten Generation.

Der neue X5 ist mit 4,85 Metern Länge deutlich größer als sein Vorgänger. (© Foto: BMW)

Anzeige

Als bei der Modellpflege des X3 vor einigen Monaten keine technischen Neuheiten zu vermelden waren, blickten viele gespannt auf den neuen X5. Und: In puncto Fahrvergnügen ist der Bayer kaum zu schlagen, doch keine Spur vom viel gepriesenen Umwelt schonenden Efficient-Dynamics-System! Davon wird wohl auch zum Marktstart im März 2007 nichts zu sehen sein. Schade, sehr schade.

Keine Afrika-Durchquerungen

Optisch zeigt sich der neue X5 kraftvoller und sportlicher denn je. Bereits der neue Einstiegsdiesel 3.0d mit 173 kW / 235 PS und 520 Nm Drehmoment flößt der Konkurrenz viel Respekt ein. Per Xdrive wird die Kraft intelligent auf die vier einzelnen Räder verteilt. In engen Kehren und beim Beschleunigen krallt sich der X5 willig in den Asphalt. Er will kein Klettermaxe sein und ist im Gegensatz zur Konkurrenz von Q7, ML, Cayenne und Touareg auch nicht mit technischen Dreingaben für eine Afrika-Durchquerung zu haben.

BMW macht kein Hehl aus seinen Zielen: Der X5 gehört auf die Straße und macht bei Bedarf auch auf lockerem Untergrund und im Schnee eine gute Figur. Wattiefe und Böschungswinkel sind für die BMW-Kundschaft dagegen böhmische Dörfer.

Schnell ist klar

Bereits der X5 3.0d geht kernig zur Sache. Und im Topmodell 4.8i kann man es so richtig fliegen lassen. 261 kW / 355 PS und 475 Nm lassen selbst ambitioniert motorisierte Sportwagen alt aussehen. Null auf 100 km/h schafft der Allradler in 6,5 Sekunden; die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 242 km/h. Das deutlich gewachsene Gewicht von 2,2 Tonnen spürt man in erster Linie beim Bremsen und bei schneller Kurvenfahrt.

Man sollte gar nicht erst überlegen, ob man den X5 mit oder ohne Annehmlichkeiten wie Adaptive Drive bestellt. Das 3290 Euro teure Extra verhindert jegliche Nick- und Wankbewegungen und scheint die Grenzen der Fahrdynamik weit an den Straßenrand zu verschieben. Wer sich dann noch für das Sportpaket (3380 Euro) entscheidet, hat eine wahre Rennmaschine unter sich. Elektrisch verstellbare Sportsitze halten einen sicher am Ort, und das griffige Steuer lässt zusammen mit der exzellenten Motor-Getriebe-Kombination vergessen, dass man einen SUV pilotiert.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Wuchtbrummer
  2. Wuchtbrummer
Leser empfehlen