Von Jörg Reichle

Der Diesel schiebt gewaltig und die Nachbarn sind beeindruckt - unterwegs mit dem Reisecoupé Audi A5 3.0 TDI.

Der erste Eindruck: Dieses Auto ist groß, richtig groß, viel wuchtiger, als die ersten Fotos damals ahnen ließen, bevor man den Audi A5 zum ersten Mal auf der Straße sah. 4,63 Meter Länge und 1,85 Meter Breite steht im Datenblatt. Auf den Fotos sah er auch leichter aus, eleganter, weniger voluminös. Vielleicht liegt's auch nur an den etwas ausladenen Flanken. Die wiederum bewirken zwingend, dass man die serienmäßigen 17-Zoll-Räder vergessen kann. Erst mit den 19-Zöllern für immerhin knapp 1500 Euro Aufpreis macht der A5 optisch wirklich Eindruck. So halten ihn die meisten Menschen auch für besonders schön.

Audi A5

Weich geschwungene Linien, schön zu fahren: der Audi A5. (© Foto: Audi)

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LED-Licht: Schöne Girlande oder Lametta?

Leider auch mein Nachbar. Der Mann ist gar nicht mehr loszukriegen, kreist zum x-ten Mal um den Testwagen, vollzieht mit ehrfürchtigen Handbewegungen den sanften Schwung der Schulterlinie nach und bleibt schließlich begeistert bei den Leuchten hängen, genauer: dem Tagfahrlicht, das mit seinen LED-Girlanden am unteren Scheinwerferrand so etwas wie das neue Markenzeichen werden soll.

Aber Geschmäcker sind nun mal verschieden: Was mein Nachbar genial findet, sieht für mich nach Lametta aus. Zu billig, zu viel Deko. "Aber im Rückspiegel erkennt man gleich, dass sich da ein Audi nähert", wenden die Designer in Ingolstadt ein. Na ja, wer's braucht.

Dass Audi unverkennbar Audi ist, gefällt mir im Innenraum viel besser. Diese Klarheit, das Geschick, mit Material umzugehen, diese Präzision der Verarbeitung! Der A5 macht da nochmal einen Schritt nach vorn, nachdem bis vor kurzem die Chromrändchen ein bisschen zu keck auf dem Vormarsch waren.

Jetzt finden sich Kunststoff, Leder, Alu oder Holzverblendungen im gelungenen Verhältnis wieder, an der Klarheit der Instrumente gab es ja bei dieser Marke ohnehin nie etwas zu meckern. Ich widerstehe dennoch der Versuchung, mich stundenlang vor dem Haus ins Auto zu setzen, den Innenraum langsam mit Musik aus der Bang&Olufson-Anlage volllaufen zu lassen, ein bisschen mit dem MMI-Bediensystem zu spielen und ansonsten einfach nur zu tasten und zu schauen.

Damit ließe sich zwar Benzin sparen und die Umwelt schonen. Aber ehrlich: Dafür wären die 45.100 Euro dann doch zu schade. Und der A5 zu schön zu fahren.

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