Die Jagd wird schärfer: Eine Vernetzung nationaler Datenbanken soll der Polizei helfen, Fahrzeughalter im EU-Ausland aufzuspüren.

Autofahrer sollen künftig EU-weit für Verkehrsverstöße zur Kasse gebeten werden - so will es die EU-Kommission. Sie beschloss am Mittwoch einen neuen Plan zur grenzüberschreitenden Verfolgung von Verkehrssündern. Eine Vernetzung der 27 nationalen Datenbanken soll der Polizei helfen, Fahrzeughalter im EU-Ausland aufzuspüren.

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EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot will mit dem Gesetzesvorschlag die Zahl der Verkehrstoten senken. "Wenn ein Mitgliedstaat streng ist, dann geht auch die Zahl der Unfälle und Todesfälle zurück", sagte der Franzose. Künftig könnten auch ausländische Fahrer besser belangt werden. Sie machten im Durchschnitt nur fünf Prozent des Verkehrs aus, aber 15 Prozent der Regelverstöße gingen auf ihr Konto.

Vernetzung aller Datenbanken ist geplant

Die Richtlinie soll für vier Arten von Verkehrsverstößen gelten: zu hohes Tempo, Trunkenheit am Steuer, Fahren ohne Gurt und Missachtung roter Ampeln. Diese Delikte seien die Ursache für drei Viertel aller tödlichen Verkehrsunfälle in Europa, sagte der Kommissar. Im vergangenen Jahr starben den Angaben zufolge insgesamt 43.000 Menschen auf Europas Straßen.

Der Brüsseler Plan sieht eine Vernetzung der nationalen Datenbanken vor, in denen die Angaben zu Fahrzeughaltern gespeichert sind. Wenn beispielsweise eine deutsche Radarfalle das Kennzeichen eines Autos aus dem EU-Ausland fotografiert, kann die deutsche Polizei in dessen Herkunftsland den Halter ermitteln. Bisher gingen ausländische Verkehrssünder häufig straffrei aus, beklagte Barrot.

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