Die EU-Kommission hat sich auf Grenzwerte für den CO2-Ausstoß von Neuwagen geeinigt - und den Autokonzernen Zugeständnisse gemacht.
Im Kampf gegen die Erderwärmung will die EU die europäischen Hersteller gesetzlich verpflichten, sparsamere Autos zu bauen. Wirtschaftspolitiker in Brüssel setzten allerdings mildere Grenzwerte durch als zunächst geplant.
Die Konzerne sollen künftig sparsamere Autos bauen (© Foto: dpa)
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Das Vorhaben von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas war in Deutschland auf starken Widerstand gestoßen. Die Autoindustrie warnte vor dem Verlust Zehntausender Arbeitsplätze, die Bundesregierung forderte Korrekturen.
Industriekommissar Günter Verheugen hatte gefordert, den Klimaschutz nicht alleine den Unternehmen aufzubürden. Nach tagelangen Verhandlungen haben sich Umwelt- und Wirtschaftspolitiker in Brüssel jetzt geeinigt.
Einsatz von Biosprit
Der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) europäischer Neuwagen soll von heute 160 Gramm bis zum Jahr 2012 auf 120 Gramm pro Kilometer sinken. Anders als von Dimas ursprünglich gewollt, müssen die Hersteller aber nur einen Wert von 130 Gramm durch Verbesserung der Motorentechnik erreichen.
Die übrigen zehn Gramm sollen durch den Einsatz von Biosprit und durch andere Neuerungen gewährleistet werden, etwa durch effizientere Klimaanlagen oder optimalen Reifendruck.
Dimas setzte sich mit seiner Forderung durch, den Anteil solcher technischer Neuerungen zu begrenzen. Auch werden keine anderen Maßnahmen wie Ökofahrkurse angerechnet, deren Erfolg schwer nachprüfbar ist.
In der EU-Kommission sprachen beide Seiten von einem Kompromiss, der der europäischen Industrie ermöglichen werde, die weltweit ökologischsten Autos herzustellen, ohne neue Wagen zu sehr zu verteuern.
Keine festen CO2-Grenzwerte für einzelne Hersteller
Die Autoindustrie hatte behauptet, Dimas' ursprünglicher Vorschlag werde jeden Neuwagen um mindestens 2500 Euro teurer machen. Das europäische Ziel eines Kohlendioxid-Ausstoßes von 120 Gramm ist global führend. Bisher hat sich nur Japan eine Vorgabe von 138 Gramm bis zum Jahr 2015 gesetzt.
Feste CO2-Grenzwerte für einzelne Hersteller muss die Autoindustrie nicht befürchten. Dies hätte Produzenten wie Daimler-Chrysler, BMW und Porsche schwer getroffen, die vor allem größere Modelle verkaufen.
Wie die Klimaschutzvorgaben auf die europäische Autoindustrie verteilt werden, blieb zunächst offen. Möglich sind gestaffelte Ziele je nach Wagenklasse oder eine Einigung zwischen den Herstellern.
Dieser zweite Weg wurde bei der Selbstverpflichtung der europäischen Autoindustrie zum Klimaschutz gewählt. Ihr Ziel von 140 Gramm pro Kilometer bis 2008 werden sie aber höchstwahrscheinlich verfehlen.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte die Pläne. Würden Biokraftstoffe in das Ziel eingerechnet, ,,bringt das erst die dringend notwendige Dynamik in die Entwicklung neuer Generationen'' solcher Kraftstoffe.
Klärschlamm als Treibstoff
Bisher gibt es vor allem das ,,konventionelle'' Rapsöl. Daneben erforschen Unternehmen in Deutschland derzeit Möglichkeiten, synthetischen Kraftstoff herzustellen. Damit könnten nicht nur Pflanzen, sondern etwa auch Klärschlamm oder organische Abfälle zu Treibstoff werden.
,,Letztlich geht es um den Aufbau von Bioraffinerien'', sagte Gabriel. Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag schon verankert, das 120-Gramm-Ziel mit der verstärkten Beimischung von Biokraftstoffen zu verbinden.
Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) übte heftige Kritik an dem Brüsseler Kompromiss. ,,Damit wird die Autoindustrie aus der Pflicht genommen, konsequent auf spritsparende Technologien zu setzen'', sagte VCD-Vorstand Hermann-Josef Vogt. ,,Dieser Kompromiss ist inakzeptabel.''
Auch die Europaabgeordnete der Grünen, Rebecca Harms, kritisierte den getroffenen Konsens. ,,Zwischen Reden und Maßnahmen zum Klimaschutz liegen in Europa Lichtjahre'', sagte sie. Eine endgültige Entscheidung will die EU-Kommission an diesem Mittwoch fällen.
(SZ vom 7. Februar 2007)
Hallo Herr RomanTheo,
Zitat:"Die Menge der enstandenen Schadstoffe hängt nicht in erster Linie davon ab, WIEVIEL Treibstoff man einspritzt, sondern WIE man das tut."
Hier geht es doch wohl in erster Linie darum, wieviel CO2 ein Fahrzeug produziert und nicht darum, welche anderen Schadstoffe und in dieser Beziehung ist Ihre Behauptung schlicht falsch.
Lesen sie mal hier: http://www.spritmonitor.de/de/berechnung_co2_ausstoss.html und rechnen mal nach. Ich komme bei 9l Benzin auf ca. 210g/km. Das ist einfacher Dreisatz und deshalb ist der CO2-Ausstoß proportional zum Verbrauch, unabhängig von irgendwelchen Euro-Normen.
Zitat:"es gibt keine Regelung, die Ihnen verbietet in den alten Volvo einen modernen schadstoffarmen Motor mit einer schadstoffarmen Auspuffanlage einzubauen."
Das ist völlig richtig, ein Einbau ist gar kein Problem und auch ökonomisch kein Unsinn. Leider stehen dem aber Gesetze im Wege, die horrende Kosten für eine Einzelabnahme des Motors im Fahrzeug erzeugen. Da sind sie schnell mit 20.000 Euro dabei.
Ob ich heute ein neues Fahrzeug kaufe oder nicht, die Abgase, die die Produktion vor 20 Jahren erzeugt hat, lassen sich nicht mehr zurückholen. Es werden durch den Kauf eines Neuwagens auf den Kopf bezogen doch nur noch mehr. Was daran Polemik sein soll müssen Sie mir mal erklären und ehe Sie anderen Lesern vorwerfen, sie würden Schrott erzählen, sollten Sie sich mal eingehender mit der Materie beschäftigen. Legen Sie sich mal wieder hin und denken mit den neu gewonnenen Fakten noch mal darüber nach...
erzählt nur Schrott und davon viel. Bezeichend für Ihre komplette Geisteshaltung ist gleich der erste Satz. Die Menge der enstandenen Schadstoffe hängt nicht in erster Linie davon ab, WIEVIEL Treibstoff man einspritzt, sondern WIE man das tut. Leider kann man das aber nicht so demagogisch formulieren, also taugt sowas nciht für Ihre Argumenation.
Munter geht es weiter: es gibt keine Regelung, die Ihnen verbietet in den alten Volvo einen modernen schadstoffarmen Motor mit einer schadstoffarmen Auspuffanlage einzubauen. Das kostet nur Geld und das verdient man wohl nicht indem man ausschliesslich Nonsens verzapft. Oder sit Ihnen die Umwelt nix wert.
Das nächste "Argument", Ihre Öko-Bilanz ist genauso sinnfrei, bestätigt aber wieder Ihre Intention, mit Ihrem Halbwissen polemisch zu werden. Die Öko-Bilanz Ihres Fahrzeugs fällt definitiv wesentich schlechter aus, als die eines Neuwagens: So entstanden bei der Produktion vor 20 Jahren wesentlich mehr Schadstoffe und auch wesentlich gifitgere, als das heute geschieht. Der Recycling Anteil an Ihrem alten Auto ist verschwindend gering. Bei der Verwendung der verbauten Materialien hat sich vor 20 Jahren noch kein Mensch darum gekümmert, wie diese die Umwelt belasten.
Der nächste Punkt: bietet einem der Händler einen Euro Betrag für den alten, dann weil er diesen entweder weiterverkauft oder recylen lässt, der Schrottwert ist nicht unerheblich und die Wiederverwendung macht sich gut in der Öko-Bilanz des Herstellers... und ganz nebenbei ist es einfach eine "Prämie", um Kunden zu locken. Selbstverständlich ist diese Prämie in die Preise einkalkuliert, die meisten Kunden wissen das, aber manche leben so sehr in ihrer eigenen Realität, dass solche Zusammenhänge nicht bis ins Hinrkasterl vordringen können.
Nur mal als Denkanstoß.
Allen anderen Wirtschaftsgegnern kann ich nur laut zurufen: genau wir sollten BMW, Daimler, Audi, Porsche und VW schliessen (ach ne bei VW habens unsere Gewerkschaftfreunde ja ganz nett, die sollen bleiben) und nur noch Trabis produzieren.
Dass dann ein viertel der deutschen Arbeitslos ist macht nix, die nehmen wir einfach mit auf in unsere "Marxistische Vereinigung dfer notorischen Besserwisser" und da können sie dann ehrlicher Arbeit nach gehen: Flugblätter drucken und auf Demos rumhängen.
Jipiie!
Liebe[r] Herr/Frau Intego,
wieviel CO² produziert wird, hängt in allererster Linie von der Menge des verbrannten Treibstoffes ab. Und da schrieb ich, mein alter Volvo braucht im Schnitt ~9L/100km (gemischt Kurz- Langstrecke).
Was genau ist daran eine Dreckschleuder? Was verstehen Sie unter "viele Schadstoffe"? NOx & Co? Wäre die *gesetzliche* Hürde nicht, die Technik ist auch für EURO3 gut.
Ich bin *sicher*, die ÖKO-Bilanz meines Volvos ist geradezu berauschend gegenüber heutigen "modernen" Fahrzeugen, insbesondere, wenn man berücksichtigt, dass der Grossteil dieser Fahrzeuge ohne echte Notwendigkeit angeschafft wird. Oftmals werden vollkommen gebrauchtüchtige PKWs eingestampft beim Neukauf via Subventionierung ("Bei uns bekommen Sie xxx EUR für Ihren alten.."). Nach Ihrer Meinung ja ökologoische Meilensteine, was? Merke:
Der grösste Energieverbrauch und Schadstoffausstoss fällt immer noch bei der Produktion an. Deswegen müssten in erster Linie langlebige und ressourcenschonende Konstrukte favorisiert werden.
Überdies sind Sie mit keinem Wort auf meine Frage bzw. Vergleich eingegangen: Wo genau ist der Fortschritt? Welcher vergleichbare Kombi verbraucht 20 Jahre später signifikant weniger Sprit? Von den Dieseln und den damit verbundenen Problemen reden wir gar nicht (mein Volvo produziert z.B. keinen Feinstaub). Also, was ist? Wieso ist mein Volvo ein "Stinker"? In 20 J bei diesem Verbrauch (über alles kommen wir sicherlich auf unter 9L) knapp 400000km mit einem Motor/Getriebe etc. Bin zuversichtlich, 200000 gehen sicherlich noch. Könnte jederzeit auf GAS wechseln (ich spiele mit dem Gedanken).
Also, liebes Intego: wieso soll ich mir ein neues Auto kaufen und wo ist da der Gewinn für die Umwelt (wo der Gewinn für die Industrie ist, wissen wir alle)?
DW
Die Schleimerei bei der Autoindustrie ist schon ein moralisches Armutszeugnis unserer 'Damen und Herren' Politiker. Aber das lächerliche Feilschen um, für den ernstgemeinten Umweltschutz viel zu geringe 'mg'-Beträge schlägt dem Fass den Boden aus. Eine Verminderung der Werte von 160mg auf 20mg bis zum Jahr2010. Das wäre ein realistischer Plan in der richtigen Richtung. Immer noch nicht genug, aber es würde mich beeindrucken, dass die Regierung endlich mal macht, wofür sie da ist. Nämlich eine richtige und notwendige Entscheidung zu treffen, im Sinne der Zukunft des Landes und der Bürger, die sich ihnen anvertrauen. Ohne Rücksicht, auf die Industrie oder die nächste Wahlen. Das wahr vor dreißig Jahren, auch nicht anders, aber man hatte nicht immer diesen Korruptionsgedanken im Hinterkopf, wenn man einen Politiker gesehen oder gehört hat. Die Politiker haben auch früher oft am Bürger vorbei regiert, aber heute lassen sich die Politiker 'von den Bürgern am Arsch lecken', wie man so schön in Bayern sagt.
Und das, ohne jedes Schamgefühl...
Wer genau wüßte, um welche Zahlen es wirklich geht, würde sich schämen, derartige Leser(schimpf)briefe hier eingestellt zu haben. Mir scheint beinahe, erst wird in der BILD gelesen, was hier kommentiert wird, anders kann ich mir die vollkommene Faktenblindheit nicht erklären.
Lieber Herr Wondrazil, ihr Volvo mag ja wenig Kraftstoff verbrauchen, aber er produziert viele Schadstoffe. Ich kenn die genauen Daten Ihres Fahrzeugs nicht, aber es dürfte sich um Werte jenseits von 300 Gramm pro Kilometer handeln. Das ist zwar dann E2-Norm und war vor 20 Jahren vielleicht fortschrittlich, sie ist es aber heute nicht mehr. Mit anderen Worten: Sie fahren eine Dreckschleuder.
Auch die heutigen Abgaswerte liegen noch immer zwischen 170 und 220 gr/km. Also ist der gefundene Kompromiß, den Ausstoß auf 130 gr/km zu senken ein großer Erfolg, handelt es sich doch um eine Reduktion von schätzungsweise 25 - 40 %.
Dennoch moniere auch ich, daß unsere Volkszertreterin sich in Brüssel nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Aber vor diesem Hintergrund muß man die Brüsseler Kommissare loben, die nicht wirklich vor der Automobilindustrie eingeknickt sind, haben diese doch eine Selbstverpflichtung von 160 gr/km einräumen wollen. Dem um nur 10 Gramm entgegenzukommen (mit der Begründung, daß diese 10 Gramm durch alternative Brennstoffe kompensiert werden kann) bedeutet, bei dem Kompromiß 75 % plus Nebenbedingungen erreicht zu haben. Für die Politik ein fulminanter Wert, wie ich finde.
Also ich bin hochzufrieden, auch wenn man immer mehr schaffen könnte, aber das können wir ja dann immer noch mit unserem Konsum- und Fahrverhalten steuern.
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