Von Von Sebastian Viehmann

Elektronisch tiefergelegte Autos, Pampers-Bomber mit 300 PS, Dragster mit Hubschraubermotoren und viel nackte Haut: Die Essen Motor Show ist ein Fest fürs Auge. Aber nicht nur für die Tiefer-Breiter-Härter-Fraktion.

"Was fahren Sie für ein Auto?", fragt der Mann am Tuner-Stand. "Einen Mercedes CL 500", lautet die Antwort des Gegenübers im grauen Anzug. "Aha", runzelt der Tuner die Stirn, bevor sich seine Miene dann aufhellt: "Ist aber kein Problem - da kann man noch was dran machen".

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Ein Hänger auf dem Bilstein-Stand der Essen Motor Show 2006 (© Foto: press-inform)

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Solche Dialoge gibt es wahrscheinlich nur auf der Essen Motor Show. Bis zum 10. Dezember regieren hier blitzende Alufelgen (im Durchschnitt wahrscheinlich mindestens 18 Zoll groß), Chip-getunte Motoren - und natürlich jede Menge Messe-Hostessen. Von A wie Abt bis Z wie Zender stellt auf der Show alles und jeder aus, der in der Tuning- oder Motorsportwelt Rang und Namen hat.

Autohersteller mögen noch so sehr auf die Bilanzen achten - den knalligen Auftritt in Essen lassen sich die meisten immer etwas kosten. Und die, die nicht direkt vertreten sind, werden meist wenigstens durch zahlreiche Tuner repräsentiert. BMW zum Beispiel - AC Schnitzer zeigt den "Tension", ein 411 PS starkes und 331 km/h schnelles Coupé auf Basis des M6. Beworben wird er als schnellster Straßen-BMW, der zurzeit zu haben ist.

Volks-Trallala

Wer auch noch Kind und Kegel transportieren muss, sollte am VW-Stand das ein oder andere Auge riskieren. Mit viel Trallala und großer Enthüllungs-Feier haben die Wolfsburger den Passat R36 vorgestellt. Außen tiefer, innen viel Stahl-Optik und unter der Haube 300 PS. Damit hat sich die Antwort auf die permanente Kinder-Anfrage "Wann sind wir endlich da?" ein für allemal erledigt.

Etwas unspektakulärer kommt die R-Line daher. VW präsentiert die Autos mit dem sportlichen Ausstattungspaket gänzlich in Weiß. Wenn erst einmal ein Farb-Trend auf den Weg gebracht wurde, lässt sich das wohl nicht aufhalten.

Die Farbe Blau dagegen regiert bei Opel. Das ist nicht nur die Erkennungsfarbe der Sportabteilung aus Rüsselsheim, sondern soll vielleicht auch schon mal auf die Design-Änderungen einstimmen, die demnächst auf Opel-Händler zukommen: Blaues Glas umrahmt dann das gelbe Logo.

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