Entwicklung des FahrradsDie skurrilsten Fahrräder aus 200 Jahren

Riesige Räder, seltsam geschwungene Rahmen oder eine Hängematte als Sitz: Fahrräder sahen nicht immer so aus, wie wir sie heute kennen. Ein neues Buch zeigt die kuriosesten Konzepte.

Von Felix Reek

Am Grundprinzip des Fahrrads hat sich in den 200 Jahren seit seiner Erfindung kaum etwas geändert - möchte man meinen. Jürgen Isendyck zeigt in seinem Buch 50 Fahrräder aus 200 Jahren auf 50 Seiten (erschienen bei radundbuch.de), dass es in Wahrheit ein langer Weg bis zur jetzigen Form war. Anhand alten Fotomaterials fertigte Isendyck aufwändige Illustrationen an, die die Vielfalt an Wegen und Versuchen veranschaulichen, die dieses Fortbewegungsmittel genommen hat. Mit vielen Kuriositäten, die mittlerweile lange vergessen sind. Hier sind einige der skurrilsten Exemplare.

Smith Machine Company Star (1880)

Hochräder dürften den meisten bekannt sein: In luftigen Höhen thront der Fahrer, stets bemüht, nicht das Gleichgewicht zu verlieren und abzustürzen. Ein kleines Rad hinter ihm stützt ihn dabei. Doch die US-Firma Smith Machine Company drehte erst dieses Prinzip und dann den Sattel um. Die Positionierung des kleinen Rads vorn und des großen angetriebenen Rads hinten sollte die gefürchteten Überstürze vermeiden. Angetrieben wurde das Star durch Lederriemen an der hinteren Radnabe, die sich in verschiedene Stifte an den Speichen hängen ließen. Dadurch änderte sich die Übersetzung und das Rad besaß eine Art Gangschaltung.

Bild: Jürgen Isendyck 18. August 2017, 12:282017-08-18 12:28:45 © Süddeutsche.de/harl/liv/khil