Mit 50 Cent rund 100 Kilometer fahren, und das auch noch emissionsfrei? Das geht wohl nur mit einem Elektroroller. Unterwegs mit E-Max 90 S.
Es ist ein eigenartiges Gefühl: mit einem Roller an der Ampel zu stehen und nichts knattert, nicht scheppert, nichts quietscht. Der E-Max 90 S bleibt völlig still - ganz im Gegensatz zu anderen Verkehrsteilnehmern. Erst beim Gas geben ist ein leise sirrendes Geräusch zu hören - der Elektromotor meldet sich und treibt den flüsterleisen Roller mit einer Leistung von rund 5,1 PS von der Stelle.
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Der E-Max wurde zwar in Italien gezeichnet - die Front mit den Guckloch-Scheinwerfern hätte dennoch mehr Schärfe verdient. (© Foto: E-Max)
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Optisch unterscheidet er sich kaum von anderen, gut gemachten Rollern. Der E-Max gefällt mit einer langen Bank, einem tiefen Durchstieg und den vergleichsweise großen 13-Zoll-Rädern. Erst beim genaueren Hinsehen entdeckt der Elektro-Novize Feinheiten wie zwei Scheibenbremsen und das dunkel eingefärbte Hinterrad, das den optischen Gesamteindruck doch ein wenig stört.
Die freiliegende, von keinem Auspuff verdeckte Hinterradschwinge wiederum führt dieses Hinterrad, in dessen Innerem der stufenlose 4000-Watt-Radnabenmotor die komplette Leistung direkt und ohne Reibungsverluste weitergibt - da der Antrieb ohne Kette oder Riemen erfolgt. Kupplung und Schaltung sind ohnehin völlig überflüssig.
Das Fahren erweist sich als so einfach wie mit jedem anderen Motorroller auch: Der tiefe Schwerpunkt schafft Vertrauen, die Bremsen beißen bei Bedarf bissig zu, und beim Ampelstart lässt man ohnehin jedes Auto hinter sich - eine der schönen Eigenschaften der Elektromotoren, deren Drehmoment ohne jegliche Verzögerung von Anfang an in voller Höhe zur Verfügung steht. Einziger Wermutstropfen ist die mangelnde Höchstgeschwindigkeit: 40 - 45 km/h reichen nicht aus, um angemessen flott im Verkehrsstrom mitschwimmen zu können. Immerhin steht für etwaige Überholvorgänge der rote "Boost"-Knopf zur Verfügung, der die Antriebskraft kurzfristig um 50 Prozent nach oben pusht.
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Ich bewege mich seit mittlerweile 8 Jahren und 45.000km mit "50er"-Elektrorollern durch die Stadt und um die Stadt herum. Die einzigen wirklich gefährlichen Situationen waren dabei nicht beim Überholen, sondern durch Autos die ohne Beachtung der Vorfahrt aus Seitenstraßen dicht vor mir auf die Hauptstrasse gefahren sind. In beiden Fällen konnte ich gerade noch bremsen und ausweichen, was bei höherem Tempo vielleicht nicht mehr geklappt hätte.
Wer sich im Straßenverkehr ständig von allen und jedem bedrängt und bedroht fühlt und nur noch zitternd und mit vollen Hosen unterwegs ist, gefährdet sich und andere und sollte besser zuhause bleiben (zumindest aber öfters die Windeln wechseln :-).
Da ich gelegentlich auch mit einem 150er-Knatterstinkroller unterwegs bin, kann ich gut vergleichen und habe festgestellt, dass viele einfach aus Prinzip überholen, selbst wenn ich in der Stadt mal 70 und auf Landstraße über 100 fahre. Ebenso habe ich festgestellt, dass die höhere Endgeschwindigkeit im Berufsverkehr keinen meßbaren Zeitvorteil bringt (wenigstens auf meiner Arbeitsstrecke).
Für's Feeling wäre ein bißchen mehr Tempo als 45 aber trotzdem ganz nett. Eine Anhebung des Limits von 45 auf 60km/h für Elektrofahrzeuge (und zwar NUR für Elektro!) mit Versicherungskennzeichen wäre eine gute Fördermöglichkeit für diese Kategorie E-Fahrzeuge und würde den Steuerzahler keinen Cent kosten.
denn es wird ja von freundlichen Außerirdischen direkt in die Zapfsäulen gebeamt, nicht wahr?
Diese Auspuffgläubigen sind schon ein merkwürdiges Völkchen...
Ach so, Entschuldigung. Bei uns kommt der Strom ja aus der Steckdose anstatt aus Kohlekraftwerken. Hab' ich doch glatt übersehen.
Menschen, die in Großstädten leben, eine Reichweite von maximal (!) 60 km völlig ausreichend ist. Hier auf dem Land, dazu noch gebirgig mit Steigungen von 20% ist das einfach zu wenig. Selbst die Rückgewinnung der elektrischen Energie beim Bremsen und Bergabfahren macht dies nicht wett.
100 km Reichweite, und das nicht maximal sondern durchschnittlich, wären in meinen Augen sinnvoll.
"Man lese den Artikel bitte genau: "Die Hersteller von E-Max versprechen Stromkosten von nur rund 50 Cent auf 100 Kilometer". Es geht also nicht um die Gesamtkosten."
Äh, hallo? Bitte lesen Sie den Artiekl mal genauer, auch Seite 2:
"Die Hersteller von E-Max versprechen Stromkosten von nur rund 50 Cent auf 100 Kilometer - die Pendlerpauschale von 30 Cent pro Kilometer, die der Staat Autofahrern gewährt, wirkt im Vergleich dazu geradezu obszön."
Also, hier werden in unseriöser und irreführender Weise die reinen Stromkosten des Rollers mit der Pendlerpauschale, die die Gesamtkosten für den Fahrer abdecken soll, verglichen. Genau das habe ich kritisiert.
Paging