Elektromobilität Total verlinkter E-Roller

Der neue Elektroroller von BMW sieht aus wie aus einem Science-Fiction-Film der 90er-Jahre.

(Foto: Thilo Kozik/PR)
  • BMW stellt mit Concept Link die Studie eines elektrischen Rollers vor.
  • Mit 27 PS soll er eine Reichweite von 130 Kilometern schaffen.
  • Der Roller verbindet sich automatisch mit dem Smartphone und dessen GPS-Navigation.
Von Thilo Kozik

Edgar Heinrich genießt die Verblüffung, die seine jüngste Kreation auslöst. Sie wirkt fast wie ein Gefährt aus einem Science-Fiction-Streifen der Neunzigerjahre - nur dass die BMW-Studie "Concept Link", die der Leiter Design der Motorradsparte von BMW da steuert, bereits Realität ist. In wenigen Jahren könnte sie so oder so ähnlich über die Straßen sausen.

Denn die verbaute Technologie hat nichts von verträumter Zukunftsmusik, nur die Hülle mit den schmalen LED-Lichtstreifen und wagemutigen Luftführungen wirkt zukunftsweisend. Ungewohnt flach und lang gestreckt ist die Studie hinter dem fast verkleidungslosen Lenker. "Der Concept Link macht eine neue urbane Mobilität möglich", sagt Heinrich. Für ihn geht es nicht nur um reine Funktionalität, sondern darum, "diese neue Technologie auch cool ausschauen zu lassen".

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130 Kilometer Reichweite

Die Technik selbst orientiert sich am heute Machbaren: Mit einem etwa 20 kW/27 PS starken Elektromotor sortiert sich der Concept Link in der Mittelklasse ein. Neue, flachere und leistungsstärkere Batteriezellen als beim aktuellen Vorzeigeroller BMW C Evolution erlauben eine schwerpunktgünstige Anordnung tief unten und eine niedrige Sitzposition, gleichzeitig verringern sie das Gewicht: Mit 220 Kilogramm fällt der Concept Link gut 50 Kilo leichter aus. Die Reichweite beträgt mindestens 130 Kilometer, der leer gefahrene Akku soll in ein bis eineinhalb Stunden wieder vollständig geladen sein.

Der Motor ist im hinteren Rahmen verbaut und gibt seine Kraft über einen Zahnriemen an das hintere 15-Zoll-Scheibenrad ab. Verzögert wird der Roller vorn von einer Scheibenbremse, die mit einer Zwangsluftführung zur Kühlung versehen ist. Das Hinterrad bremst wie beim C Evolution elektrisch, die Bremsenergie wird in die Akkus zurückgespeist.

Der Roller verbindet sich automatisch mit dem Smartphone

Die Modellbezeichnung Concept Link "steht auch für die Vernetzung in der Zukunft", sagt Heinrich: "Der Roller verbindet sich automatisch mit dem Terminkalender, dem Musikplayer und dem Smartphone und nutzt dessen GPS-Ortung für die Navigation, natürlich unter Beachtung der freien Ladesäulen entlang der gewählten Route." Zur Visualisierung dient ein großes Farb-TFT-Display unter dem Lenker, über das der Pilot von unterwegs auf wichtige Informationen zugreifen kann.

Die Studie soll zudem "ein neues Sicherheitsniveau erreichen, ohne den Fahrspaß einzuschränken", verspricht Heinrich. Via Car-to-car-Kommunikation wird der Rollerfahrer informiert, wenn von anderen Verkehrsteilnehmern Gefahr droht: Dann gibt es eine visuelle Warnung im Cockpit sowie einen Vibrationsalarm in der Bekleidung. Auch das sind keine Fantastereien: Derzeit werden solche Jacken entwickelt - beispielsweise erscheint dann ein großes Symbol in Leuchtfarben auf dem Rücken, um nachfolgende Fahrer zu warnen. Wenn Heinrich mit der Hand über den Ärmel seiner Jacke fährt, öffnet sich eine Schiebetür an der rechten Rollerseite und gibt das Helmfach unter der Sitzbank frei. Geht die Hand in die entgegengesetzte Richtung, schließt sich das Fach wieder.

Zukunftsmusik ist die Studie zwar schon, aber keine Fantasie. Man merkt: Den Münchnern ist es ernst mit der Gestaltung der individuellen Mobilität der Zukunft. Und allzu fern erscheint diese nun gar nicht mehr.

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