Elektromobilität Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen

Andere sind da skeptischer. Gerd Lottsiepen etwa, verkehrspolitischer Sprecher vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Berlin. Selbst ein flächendeckendes Netz von Ladestationen löse die wahren Probleme beim grünen Umbau des Verkehrssystems nicht, warnt Lottsiepen. "Elektroautos könnten beim heutigen Durchschnittstempo auf Autobahnen gar nicht mithalten." Zwar erreichten die Gefährte ähnliche Geschwindigkeiten wie Benziner oder Dieselfahrzeuge. Ihre Reichweite nehme aber bei hohem Tempo rapide ab.

Der Verband fordert nicht zuletzt deshalb ein Tempolimit von 120 auf Autobahnen - in Deutschland seit jeher ohne große Chance. Auch schärfere Emissions-Grenzwerte für Fahrzeuge könnten den sauberen E-Autos zum Durchbruch verhelfen. Doch die Autoindustrie wehrt sich mit Händen und Füßen gegen strengere Vorschriften.

Halbherzige EU-Lösungen

Auch Experte Dudenhöffer nennt die EU-Lösung "halbherzig". Wer wirklich etwas bewegen wolle, müsse die Regeln verändern. "Das bedeutet, ich lasse in Fußgängerzonen nur noch Lieferwagen mit Elektroantrieb", sagt Dudenhöffer. "Oder ich schreibe für bestimmte Zeiten in den Innenstädten entsprechende Emissionswerte vor." Ohne ein Gesamtkonzept jedenfalls werde das nichts mit der E-Mobilität.

Einen großen Schritt in Richtung E-Mobilität hat Europa in diesen Tagen aber gemacht, immerhin. Nach jahrelangen Debatten haben sich Brüssels Bürokraten auf einen einheitlichen Stecker geeinigt. Gäbe es also Elektroautos und gäbe es Ladestellen: Man könnte künftig sogar tanken.