Elektroautos Warten auf Grün

Ob Mindset, Ampera, Loremo oder Mini E - vielen Elektroauto-Projekten droht der Strom auszugehen In der Finanzkrise sind starke Kapitalpartner nur schwer zu finden.

Von Sebastian Viehmann

Wäre jede Konzeptstudie eines Elektroautos in Serie gegangen, würden schon tausende Stromer durch die Innenstädte wuseln. Bis vor kurzem schien es so, als stünde die Ära der Elektroautos nun wirklich bevor. Betonung auf: "schien es so". Opel plant zwar für 2011 das Volt-Schwestermodell Ampera - doch die Zukunft des mit Beihilfen über Wasser gehaltenen Mutterkonzerns GM ist ungewiss. Mercedes will immerhin den Elektro-Smart in Serie bringen und hat eine elektrische B-Klasse in Aussicht gestellt. Der BMW-Konzern testet den Mini E im Flottenversuch - doch ob und wann ein bezahlbarer Elektro-Mini beim Händler um die Ecke zu kaufen ist, steht in den Sternen.

Könnte in 18 Monaten serienreif sein, aber noch fehlt das grüne Licht für die Produktion: der Mindset

(Foto: Foto: dpa)

Bei den Automobilriesen gibt es viele Wenns und Abers: Wie umweltfreundlich und alltagstauglich sind die Stromer wirklich? Wie viele Einschränkungen - etwa bei der Reichweite - sind die Kunden bereit einzugehen? Wer kümmert sich um eine Infrastruktur zum Aufladen? Das Zögern der Großen könnte eigentlich den Durchbruch für neue Firmen bedeuten, so wie es vor einigen Jahren bei Handys in der Telekommunikationsbranche der Fall war. Doch viele "Independents" geraten in der Krise ins Schwimmen.

Der norwegische Elektromobilbauer Think etwa hat die Produktion vorübergehend eingestellt und hält sich mit einem Überbrückungskredit seines Investors über Wasser. Die Sportwagenschmiede Tesla behauptet zwar, bald in die Gewinnzone zu fahren, doch der Tesla Roadster bleibt ein elektrisches Spielzeug für Superreiche. Der Leichtbau-Renner Loremo, der als Dieselfahrzeug und als Elektroauto angekündigt wurde, dreht immer noch in der Warteschleife seine Runden.

Auch beim Mindset fehlt noch das grüne Licht für die Produktion. Das viersitzige Elektro-Coupé aus der Schweiz, dessen Karosserie vom ehemaligen VW-Chefdesigner Murat Günak entworfen wurde, hat bereits seine ersten Testrunden gedreht und könnte nach Angaben der Entwickler in 18 Monaten serienreif sein. "Wir brauchen aus heutiger Sicht 120 bis 150 Millionen Euro, um eine Serie von 10.000 Fahrzeugen auf die Räder zu stellen", sagt Daniel Buchter, Geschäftsführer von Mindset und der Muttergesellschaft Spirt Avert AG.

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